Entwarnung – Heiner Geißler ist kein Nazi :P

Lieber Tobias Armbrüster, lieber Deutschlandfunk. Heiner Geißler geht es – wenn auch nicht immer erkennbar – doch eher um die Sache als um Sprüche irgendwelcher Nazis. „Wollt ihr den totalen Krieg?“ ist ein Zitat aber auch eine berechtigte Frage, und eine Untertreibung. Denn wer wie offensichtlich der Deutschlandfunk unterschlägt, wie viele Menschen bereits verletzt wurden, darunter viele Kinder und Jugendliche, und dass ein Mann teilweise erblinden musste, hat den Vogel einfach nicht gehört.

Unsere Medien geilen sich nun am besten an diesem Zitat auf, statt vernünftige Berichterstattung zu machen. Wunderbar. Alle Zeitungen, die jetzt diffamierende Berichte bringen, Hamburger Abendblatt, Focus, Welt, Stern, verharmlosen den Konflikt in Stuttgart. Sie verharmlosen Auseinandersetzungen in Syrien, im Libyen, und überall auf der Welt. Das Hamburger Abendblatt schreibt, „Nur um Heiner Geißler muss man sich offenbar Sorgen machen.“ Focus pusht Claus Schmiedels Propaganda, Stuttgart sei längst auf dem Weg zur Befriedung … Die Argumente der Gegner würden nach und nach fachlich widerlegt. Ach so ist das, LOL.

2002 verglich Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) nach einem Zeitungsbericht die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush mit Methoden Adolf Hitlers. – Ja und? Ich sehe in diesem Vergleich kein Problem. Sie? Da hat sie mal Klartext gesprochen.

Im Übrigen: Alles was man sagt, wurde schon einmal vorher gesagt. So ein Mist. Ups, hoffentlich hat das noch kein Nazi gesagt, sonst bin ich wohl jetzt auch einer. Wer beabsichtigt oder unbeabsichtigt Dinge in einem Zusammenhang sagt, die ohne oder in einem anderen Zusammenhang vorher schonmal gesagt wurden, verharmlost doch nicht den NAtionalsozialismus. Das soll mir Herr Armbrüster jetzt mal erklären.

„Wenn Leute sich wegen etwas Unsinnigem empören, kann ich sie nicht daran hindern.“

Und wenn Medien über was Unsinniges berichten statt ihren Auftrag wahrzunehmen, kann ich sie auch nicht daran hindern. Aber ich kann sagen: Kauft keine Zeitungen und Zeitschriften mehr. Dieser Müll wird doch jetzt schon wie Sauerbier angeboten, und sie kapieren immer noch nicht, warum ihnen die Leser davonrennen. Trocknet sie aus, damit Platz ist für bessere, ehrlicherere Medien.

Fragen wir mal was anderes: Warum berichtet der Deutschlandfunk nicht über Uranmunition? Das ist doch wieder ein aktuelles Thema in Libyen. Warum berichtet der Deutschlandfunk nicht über die Bilderberg-Konferenzen, die verschleppte Staatsinsolvenz oder die 20 anderen harten Fakten, die ich noch aus dem Ärmel holen könnte?

Hier das Interview im Deutschlandfunk als Text und hier als Audio-Datei.

Armbrüster: Herr Geißler, was war dann Ihre Absicht, dieses Zitat zu benutzen?

Geißler: Ja, ich habe das benutzt, um die Situation klarzumachen. Waren Sie schon mal in Stuttgart und haben Sie es erlebt, was da los ist? Sie haben ja gerade Auszüge aus dieser Demonstration gebracht. Das ist ein verbaler Krieg, den wir dort haben.

Armbrüster: Und droht dort …

Geißler: … eine heftige Auseinandersetzung, die die Stadt spaltet und die Leute gegeneinander aufbringt. Meine Absicht war, deutlich zu machen, dass wir den Frieden brauchen. Vielleicht sollten Sie mal darüber reden, anstatt über ein Zitat, das ja nur dazu dient, den Leuten klarzumachen, dass es jetzt höchste Zeit ist, eine friedliche Lösung finden zu wollen.

[…]Armbrüster: Ja, ich würde gerne von Ihnen wissen, ist Ihnen das klar, dass viele Leute darin eine Verharmlosung der Nazi-Sprechweise sehen und dass sie darüber empört sind?

Geißler: Ja, das kann schon sein. Wenn Leute sich wegen etwas Unsinnigem empören, kann ich sie nicht daran hindern.

Armbrüster: Ist das denn totaler Krieg, der da in Stuttgart droht?

Geißler: Der droht schon seit geraumer Zeit, er ist schon seit geraumer Zeit vorhanden, es hat über 100 Verletzte gegeben, ein Mensch ist total blind geworden bei dieser Auseinandersetzung.

Armbrüster: Und das reicht …

Geißler: Ich verharmlose überhaupt nicht, ich glaube, Sie verharmlosen.

[…]

Für Herrn Armbrüster:

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3 Gedanken zu “Entwarnung – Heiner Geißler ist kein Nazi :P

  1. Natürlich ist Geißler ein Nazi. Der ist in der CDU und das ist eine Nazipartei. Da kann er noch soviel Unsinn labern.

  2. So sehr ich Herrn Geißler schätze und überzeugt bin, dass es nicht seine Absicht war, den Nazi-Jargon zu verharmlosen, so war die Verwendung dieses Jargons unglücklich. Zurecht hat man hier nachgehakt und Herrn Geißler eine Möglichkeit zur Klarstellung gegeben. Seine Reaktion ist beschämend und überflüssig. Er redet sich um Kopf und Kragen. Dabei wäre ihm kein Zacken aus der Krone gebrochen, hätte den Vergleich zurück genommen. Der Massenmord der Juden ist eben nicht vergleichbar mit einigen verletzten Demonstranten!

  3. Ich kenne das Geheule der „politisch korrekten“ Menschen, wenn in der deutschen Sprache mal ein Begriff fällt, der „vorbelastet“ ist. Das ist alles völliger Unsinn. Entweder paßt der Begriff „totaler Krieg“ oder er paßt nicht. Und natürlich darf man ihn sagen. Ob man damit an Göbbels anknüpfen will oder an was völlig anderes erschließt sich erst aus dem Kontext.
    Außerdem ist die schwarz-grün-gelb-rote Meute merkwürdig still, wenn es um gegenwärtige Verbrechen wie die Uranmunition geht, deren Heimtücke in der Weltgeschichte ohne Beispiel ist. Völker über Jahrmilliarden zu vergiften, Baby’s von der Geburt an mit schwersten Schäden in das Leben zu entlassen – mir ist kein Verbrechen bekannt, welches schlimmer wäre. Wir haben in der Gegenwart genügend Schweinereien und sollten die Vergangenheit mal etwas ruhen lassen. Gelernt hat man sowieso nicht daraus – wie man an den „Kollateralschäden“ sieht, die auch vom Volk mit einer merkwürdigen Akzeptanz hingenommen werden. Schämen sollte man sich für die Gegenwart.
    Wir sollten auch mal den pawlow’schen Reflex unterdrücken, sofort den Massenmord der Juden auf ein Stichwort hin hinzuzufügen – das hat Herr Geißler, obwohl ich ihn nicht sonderlich mag, sicher nicht gemeint.

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