Wer schlechter lebt, ist schneller tot

Wer früher stirbt, ist länger tot – vor allem lebt aber länger, wer mehr Kohle hat. Diese Erkenntnis ist zwar weder neu, noch überraschend, aber die Wissenschaft hat es mal wieder festgestellt. Die Sozialforscher Eva Kibele, Domantas Jasilionis und Vladimir M Shkolnikov haben anhand einer Auswertung von Daten der deutschen Rentenversicherung herausgefunden, dass Männer, die im Berufsleben gut verdient haben und eine entsprechend komfortable Rente bekommen, eine deutlich höhere Lebenserwartung haben als Männer, die nur geringe Renten zusammen schuften konnten. Im Durchschnitt leben wohlhabende Rentner mehr als fünf Jahre länger als arme Rentner. Wobei das natürlich nicht allein am sorgenfreien Leben im Alter liegt, sondern schon am angenehmeren Arbeitsleben zuvor – mehr Geld haben ist immer angenehmer als ständig zu knapsen und sich Sorgen machen zu müssen. Und es liegt auf der Hand, dass man mit einem Job, in dem man anständig verdient, überhaupt glücklicher und zufriedener ist, als mit einem Scheißjob mit miesen Arbeitsbedingungen von dem man kaum leben kann. Und natürlich kann sich ein Besserverdiener insgesamt ein gesünderes Leben leisten – besseres Essen, angenehmere Wohnung, unendliche Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung, optimale medizinische Versorgung und so weiter und so fort.

Interessant ist auch, dass die Lebenserwartungen in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt angestiegen ist – seit Mitte der 1990er aber bei den Einkommensschwachen deutlich langsamer als bei den Einkommensstarken. Bei Frauen ist die Datenlage schwieriger, weshalb sie bei dieser Auswertung außen vor geblieben sind.

Es ist anzunehmen, dass sich dieser Trend künftig weiter verstärken wird, weil die real-existierende Zwei-Klassen-Medizin über immer mehr Zuzahlungen dafür sorgt, dass arme Rentner künftig noch schlechter versorgt werden, als das bisher schon der Fall war. Dazu kommt, dass es durch die bereits beschlossenen Absenkungen des Rentenniveaus künftig deutlich mehr arme Rentner geben wird. Einerseits natürlich günstig, denn die leben dann nicht mehr so lange. Andererseits auch wieder blöd, dass ausgerechnet die “teuren” Rentner länger Rente beziehen. Insbesondere für uns noch nicht so alte, die ja aus ihren Rentenbeiträgen die Renten der jetzigen Rentner finanzieren müssen, während wir selbst dann absehbar nicht mehr das herausbekommen können, was wir einzahlen mussten. Aber wir künftigen Armutsrentner haben dann ja auch nicht mehr so viel Zeit, uns darüber zu grämen.

Quellen:

Heilung der Liebe – Warum wir das Thema der Geschlechterliebe ins Zentrum unseres Projekts stellen mussten. (tamera)

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Ich bin der Gründer eines Gemeinschaftsprojekts, das heute Tamera heißt. Tamera ist ein Friedensforschungszentrum im südlichen Portugal. Das Projekt ist in der Welt bekannt geworden durch die Konzepte für ökologische und soziale Erneuerungen und durch die globale Schule (“Global Campus”), mit der die Gedanken für eine neue Erde in der Welt verbreitet werden. Im Zentrum unserer Forschungsarbeit standen von Anfang an die Themen von Sexualität, Liebe und Partnerschaft. Eine humane Kultur entsteht aus einem humanen Verhältnis der Geschlechter. Für diese Arbeit haben wir unter Leitung von Sabine Lichtenfels die “globale Liebesschule” gegründet. Im Folgenden will ich erklären, warum wir das Thema von Sexualität und Liebe in das Zentrum unserer Arbeit stellen mußten.

In den Nachrichten kam wieder eine von diesen schrecklichen Geschichten im deutschen Alltagsleben: Ein freundlicher Mann, der bisher unauffällig gelebt hat, hat während der Abwesenheit seiner Frau seine drei kleinen Kinder und anschließend sich selbst umgebracht.

Ein Einzelfall? Und die vielen anderen Fälle? Das tägliche Drama mißglückter Liebesbeziehungen und Ehen, die Verzweiflung der Partner, das Leiden der Kinder, die steigende Wut und die folgende Explosion: Rache, Gewalt, Krieg. Das Thema der gescheiterten Liebe, der Trennungsangst, der Eifersucht und der Verzweiflung ist nicht nur ein privates Thema, sondern ein menschheitliches. Das Drama der Menschheit ist zum großen Teil das Drama der unerfüllten Liebe. Wieviele Morde gehen auf das Konto enttäuschter Liebe? Wieviele Frauen werden erschlagen, weil Männer sich von ihnen nicht akzeptiert fühlen? Wieviel Kinderleid, wieviel trostlose Verlasseneit wird täglich neu erzeugt in einer Gesellschaft, die ihr Liebesthema und ihr sexuelles Thema nicht gelöst hat? Wenn wir einmal die Augen geöffnet haben für den Schmerz der Welt, finden wir keinen leichten Trost – und doch gibt es eine globale Heilung.

Im seelischen Zentrum der menschlichen Welt steht das Verhältnis der beiden Geschlechter Mann und Frau, denn Mann und Frau sind die beiden Hälften des Menschen, sie sind seelisch und leiblich aufeinander angewiesen. Mann und Frau zeugen zusammen die Kinder. Dieser Zeugungsakt ist mit einer hohen physischen und psychischen Lust verbunden. Was für ein Geschenk aus dem Universum, daß die Fortpflanzung der Menschheit mit Lust und Freude verbunden ist! Die beiden Hälften müssen richtig zusammenkommen, damit das menschliche Leben gut funktionieren kann. Wenn sie nicht richtig zusammenkommen, wird es weiterhin die menschlichen Katastrophen geben, Katastrophen wie Krebs, Kinderpornografie, Sadismus, Haß, Gewalt und Krieg. Auch die Tierwelt leidet unter dem Schmerz der Menschen, denn die alltäglichen Massaker, die heute in Schlachthöfen oder Tierlabors an Tieren begangen werden, können nur geschehen, wenn die Menschen ihr Herz verschlossen haben.

Die unfaßliche Gewalt, mit der heute weltweit gegen Menschen und Tiere vorgegangen wird, ist die Aktion verschlossener Herzen. Sie ist auch die Aktion von Banken, Logen und Konzernen, aber deren Pläne können nur durchgeführt werden von einer Gesellschaft, die an kollektivem Herzverschluß leidet. Solange die beiden Hälften des Menschen nicht richtig zusammengekommen sind, besteht in der Seele ein inneres Unglück, das nicht durch Reichtum und Komfort gestillt werden kann. Es ist dieses Unglück der unerfüllten Liebe, welches gegen alle moralischen oder religiösen Appelle immer wieder das “Böse” produziert. Es sind unvorstellbare Dinge, die sich heute hinter den Kulissen der bürgerlichen Welt abspielen. Eheliche Vergewaltigungen, familiäre Tragödien, Eifersuchtsmorde und Kindesmißhandlungen sind an der Tagesordnung. Wie muß es in der Seele erwachsener Menschen aussehen, wenn sie ihre sexuellen Triebe durch Sex mit Kindern befriedigen müssen! Hier hilft keine moralische Empörung, hier hilft allein der Aufbau einer neuen Sexualkultur, die den Menschen die Freude zurückgibt, die sie in der liebesfeindlichen Welt verloren haben.

Im Verhältnis der beiden Geschlechter liegt das Mysterium der Liebe und der Sexualität. Die tiefste menschliche Sehnsucht ist die Sehnsucht nach dieser Liebe, nach der seelischen Liebe wie nach der sinnlichen, leiblichen. Was ist das für eine Glückseligkeit, mit der sich Mann und Frau beim ersten Mal umarmen – und was ist nach zehn Jahren davon übriggeblieben? Erfüllte Sexualität ist – wie erfüllte Religion – ein Fundament des menschlichen Glücks. Die Geschlechter haben sich jahrhundertelang gesucht und verfehlt. Und sie werden sich weiterhin suchen und verfehlen, bis eine Lösung gefunden ist. Die Welt liegt im Liebeskummer. Die Heilung dieses Liebeskummers ist eine globale Hauptaufgabe unserer Zeit. Wir stehen vor einer neuen Stufe der Evolution. Wenn der latente Geschlechterkrieg beendet ist, wird es keinen Krieg mehr geben auf der Erde.

Der globale Schmerz in der Liebe ist die Folge einer mehrtausendjährigen Kriegsgeschichte. Es ist die Folge einer Kette von unvorstellbaren Grausamkeiten, die im Namen patriarchaler Machtansprüche an Menschen, vor allem an Frauen begangen wurden. Wir alle tragen dieses kollektive Trauma als Erbgedächtnis in unseren Zellen; wir alle folgen den unbewußten Informationen von Angst und Gewalt. Die patriarchale Welt brauchte für den Aufbau ihrer Macht in Kirche und Staat die Unterdrückung der Sexualität und die Unterwerfung der Frau unter die Gebote männlicher Herrschaft. Der Gehorsam der Frau war eine Bedingung der männlichen Potenz. Sex und Macht wurden unlöslich verbunden. Frauen, die nicht gehorchten, wurden bestraft oder beseitigt wie Hypathia von Alexandria. Die männliche Gewalt gegen die Frau nahm in vielen Ländern unvorstellbare Formen an. Im Mittelalter erschien im Jahre 1487 der “Hexenhammer”: ein Buch für die Tötung aller Frauen, die nicht für die Fortpflanzung gebraucht werden. Das Buch ist von zwei Mönchen geschrieben worden und war schon bald nach der Bibel das meistgelesene Buch in Deutschland. Man muß diese Nachricht einige Male hören, um sie glauben zu können. Folgerichtig wurden Frauen, die durch ihre Attraktivität oder ihren Eigenwillen und ihren Mut auffielen, als Hexe verleumdet und lebendig verbrannt. Lebendig verbrannt!

Wenn man das weltweite Leiden auf weiblicher Seite einmal wahrgenommen hat, wundert man sich, daß es überhaupt noch liebesfähige Frauen gibt. Das ist eine tiefe Geschichte, ich möchte mich an dieser Stelle beim weiblichen Geschlecht bedanken. In der weiblichen Hälfte muß ein sehr stabiles und treues Herz wohnen, treu gegenüber der männlichen Hälfte, von der es einige Jahrtausende lang unterdrückt und geschlagen wurde. Was für ein Wahnsinn! Der Mensch hat die angeborene Quelle seiner Freude verstopft und dabei sich selbst zerstört. Generation für Generation, Jahrhundert für Jahrhundert hat er die falsche Propaganda weitergegeben, mit der das Fleisch verteufelt, Kinder gezüchtigt und Hexen verbrannt werden mußten. Was ursprünglich für die Liebe und die Freude da war, wurde geächtet und verfolgt. So begannen die Menschen, das zu hassen, was sie einst geliebt hatten. Noch heute leidet unsere Kultur an dieser Pervertierung der Werte. Nicht die Fleischeslust, sondern ihre Unterdrückung ist die Ursünde des Menschen. Man hat die Fleischeslust als Unzucht bezeichnet und mit grausamen Mitteln ausgetilgt. Seitdem war keine Wahrheit mehr möglich.

Die sexuelle Natur der Frau ist von Gott gegeben als eine Mitgift für ein freudevolles Leben auf der Erde. Die Fleischeslust ist die tiefste Lust, die uns für die Erkenntnis des Lebens gegeben worden ist. Aber welche Frau kann sich frei zu ihrer Natur, ihrer Sehnsucht und ihrem sexuellen Hunger bekennen? Und welcher Mann darf es wagen, von einer “sexuellen Natur” der Frau zu sprechen, ohne gleich als “Sexist” verleumdet zu werden? In jeder Frau lebt ein Teil jener Wildnatur, die durch die Ehe gezähmt werden sollte. Und jedem Mann begegnet in der Frau auch die Lilith, vor deren sexueller Macht er sich fürchtet. Die Wildnatur paßt nicht ins eheliche Gehäuse und auch nicht in die herkömmlichen Vorstellungen von Moral und Würde. Die pralle Ehefrau, die gehorsam an der Seite ihres Gatten lebt, befindet sich in einer heimlichen Dauerlüge der Verstellung. Der Mann spürt das, beobachtet sie und macht ihr tägliche Vorhaltungen. Die Kinder, die unter solchen Bedingungen zu wenig Liebe erhalten, fangen an zu lügen, zu klauen und zu prügeln – eine tragische Kette ohne Ende. Wir brauchen eine andere Ethik und eine andere Sexualkultur, um dem Ansturm sexueller Bilder und Energien gewachsen zu sein. Wenn wir weiterdenken, brauchen wir ein neues Verhältnis zur Wahrheit, zum Leben, zu allen Mitgeschöpfen, wir brauchen eine neue Zivilisation. Die soll durch das Konzept der globalen Heilungsbiotope eingeleitet werden.

Im Zentrum unserer Heilungsarbeit steht eine neue Beziehung der Geschlechter. Sie basiert auf Vertrauen und Solidarität. Damit sich die Geschlechter voreinander offenbaren können, brauchen sie ein Urvertrauen, welches in der patriarchalen Epoche kaum entstehen konnte. Wir brauchen neue Umgangsformen, neue soziale Strukturen und neue Vorstellungen von der Liebe, damit die alte Verzweiflung überwunden werden kann. Wir können die Erde vom Krieg befreien, wenn wir in der Lage sind, den Krieg in der Liebe zu beenden. Wir können die Erde von der Gewalt befreien, wenn wir in der Lage sind, die Gewalt in der Sexualität zu beenden – ohne unsere eigene Wildnatur zu unterdrücken! Die Leidenschaft darf bleiben. Wenn sie mit Vertrauen verbunden ist, führt sie nicht zu Gewalt, sondern zu temperamentvoller Zärtlichkeit. Es ist im Schöpfungsplan ganz wunderbar eingerichtet.

Es gibt im Inneren des Lebens etwas, das wir alle unendlich lieben. Wenn es der Menschheit gelingt, diesem Etwas Dauer zu geben, dann haben wir eine historische Glücksspur gewonnen. Die Weisheit des Ostens hat dafür einen schönen Merksatz formuliert: “Tao ist der Weg, den man nicht mehr verlassen kann. Der Weg, den man verlassen kann, ist nicht Tao.” Wie wäre es, das Wort “Tao” zu ersetzen durch diese allertiefste erkennende Liebe? Und die ist immer auch leiblich gemeint, die erkennende Liebe geht durch den Leib und durch das Fleisch, denn “das Wort ward Fleisch, und es wohnte unter uns.” Es ist geradezu phantastisch, wieviele Wahrheiten wir in der Bibel finden, wenn wir hinter die Verdrehungen blicken. Den Höhepunkt finden wir in der Geschichte vom Sündenfall, wo Adam den Apfel vom Baum der Erkenntnis aß und dann die sexuelle Freude entdeckte: “und Adam erkannte sein Weib.” Im Hebräischen gibt es für Erkenntnis und Beischlaf dasselbe Wort! Sie wußten es!

Die Heilung der Liebe geschieht kaum durch das Vier-Augen-Gespräch zweier Partner, denn die sind zu sehr involviert in ihr Problem. Die Heilung ist ein Thema der inneren Neugeburt. Um ein liebesfähiger Mensch zu werden, müssen wir lernen, uns nicht mehr um uns selbst zu wickeln, sondern teilzunehmen an der Welt. Teilnahme ist ein Geheimnis der Liebe. Wir kommen damit unvermeidlich in einen ethischen Bereich. Teilnahme bedeutet Vertrauen, Auflösung der Angstschranken, Überwindung von Vorurteilen, Öffnung der Riegel, die wir vor unser Herz geschoben haben. Um liebesfähige Menschen zu werden, müssen wir ein Lebenssystem entwickeln, in dem das wirkliche Vertrauen unter Menschen entstehen und wachsen kann. Die neuen Zentren – wir nennen sie Heilungsbiotope – sind Gewächshäuser des Vertrauens. Das ist der entscheidende Punkt. Um unsere Kommunen von den sexuellen Unwahrheiten zu befreien, haben wir das Konzept der “freien Sexualität” entwickelt. Aber freie Liebe und freie Sexualität haben nur einen humanen Sinn unter Menschen, die einander vertrauen. Es ist das Vertrauen, welches die Herzen und die Leiber öffnet, den Körperpanzer auflöst und die Seele heilt. Wir arbeiten in Tamera an ökologischen und technologischen Themen, an Wasserheilung, Permakultur und umweltfreundlicher Energie, aber die wichtigste Arbeit ist die Herstellung von Vertrauen unter den Studenten, den Mitarbeitern und den Kindern.

Wir brauchen eine funktionierende Gemeinschaft, um diese Dinge tun zu können. Die Themen, die mit dem Bereich von Sex, Liebe und Partnerschaft verbunden sind, sind viel zu gewichtig, um von zwei Menschen allein getragen werden zu können. Es sind historische, menschheitliche Themen. Wir brauchen Gemeinschaften, die das Thema kennen und sich auf eine grundsätzliche, absolute Solidarität geeinigt haben gegenüber allen, die sich mit ihrem Thema offenbaren. Wir haben dafür die Methode des SDForums eingeführt. SD heißt Selbstdarstellung und bedeutet eine Veranstaltung, wo sich der Darsteller vor der Gruppe vorbehaltlos zeigen kann mit seinen Ängsten und Konflikten, ohne verurteilt zu werden. Es geht dabei um das Erlernen von Solidarität. Wenn sich Menschen in denselben Nöten erkennen, brauchen sie sich weniger zu maskieren und können vertrauensvoller zusammenleben. “Gesehen werden heißt geliebt werden.” Das ist ein wahrer Satz. Aber man braucht Mut, um sich sehen zu lassen. Wir mußten viele ungewöhnliche Methoden entwickeln, um im Liebesbereich den Weg der Wahrheit zu finden. Wir sind noch lange nicht fertig, aber vielleicht haben wir die Mitte der Hängebrücke schon überschritten. Es ist eine lange und manchmal mühselige Arbeit. Menschen, die in der Hoffnung auf schnellen Sex nach Tamera kommen, sollten vielleicht lieber eine andere Adresse wählen.

Für das Zusammenleben der Geschlechter haben sich einige Grundregeln herausgebildet, die in den ethischen Kanon einer neuen Kulturgründung aufgenommen werden könnten:

  1. Die Liebe ist das höchste Kulturgut der Menschheit.
  2. Das Vertrauen der Geschlechter ist die Basis einer Zukunft ohne Krieg. Belüge niemals deinen Liebespartner.
  3. Du kannst nur treu sein, wenn du auch andere lieben darfst. Freie Liebe und Zweierliebe schließen sich nicht aus, sondern ergänzen einander.
  4. Eifersucht gehört nicht zur Liebe.
  5. Partnerschaft lebt nicht von den Ansprüchen aneinander, sondern von der gegenseitigen Unterstützung.
  6. Sadismus und Masochismus sind aus sexuellen Fehlsteuerungen hervorgegangen. Gewalt gehört nicht zur Sexualität und nicht zur Liebe.
  7. Kein Sex mit Kindern.
  8. Sexuelle Handlungen dürfen niemals gegen den Willen eines Partners begangen werden.
  9. Es gibt in der Liebe keinen Besitzanspruch. Beziehungsprobleme können nicht juristisch gelöst werden, sondern durch die Hilfe einer solidarischen Gemeinschaft.
  10. Wenn du eine Wahl hast zwischen Liebe und etwas anderem, dann folge der Liebe.

Im Verhältnis der Frauen zu den Männern haben sich Verhaltensmuster entwickelt, die wir vielleicht als den “weichen Feminismus” bezeichnen können. Die Frauen fangen an, ihre weibliche Quelle zu entdecken und damit eine eigene souveräne Kraft aufzubauen, die nicht mehr abhängig ist von der Beziehung zu einem einzigen Mann. Hier geschieht eine historische Neuverankerung der Frau im Holon des Lebens und der menschlichen Gesellschaft. Sabine Lichtenfels hat in ihrem Buch “Weiche Macht” (Seite 249) das neue Verhältnis folgendermaßen formuliert: „ Die Männerherrschaft hat über 3000 Jahre lang die Geschichte geprägt und dabei das Prinzip der harten Kraft aufgebaut. Die Macht männlicher Gesellschaften bestand im Brechen von Widerständen. Das äußerte sich in den Eroberungszügen, den Religionskriegen, den Erziehungsmethoden und den Methoden der Technik im Umgang mit der Natur. Durch diese Methoden ist der heutige Mann selbst in eine innere Sackgasse geraten, aus der er ohne weibliche Hilfe nicht mehr herausfindet. Wir wollen keine alten matriarchalen Strukturen wieder aufbauen, wir wollen auch nicht erneut die Männer dominieren oder bevormunden. Frauenmacht ist nicht gegen den Mann gerichtet und nicht gegen unsere Liebe zu den Männern, sie verläßt aber entschlossen diejenigen männlichen Strukturen, die zu der weltweiten Vernichtung des Lebens und der Liebe beigetragen haben. … Ohne unsere weibliche öffentliche Stellungnahme findet niemand mehr aus der Sackgasse heraus. Es liegt jetzt an uns Frauen, die politische und sexuelle Verantwortung wieder anzunehmen, die so lange gefehlt hat. Wir laden alle engagierten Männer ein, sich unserer Friedensarbeit anzuschließen.”

Die Heilung der Geschlechterliebe ist nicht beschränkt auf die Geschlechterbeziehung. Sie umfaßt auch ein neues Verhältnis zur Natur, eine Kooperation mit allen Mitgeschöpfen, die Heilung des Wassers und ein liebevolles Verhältnis zu Tieren. Wir brauchen eine neue Einordnung unserer Menschenwelt in die Gesamtwelt des Lebens, um uns zu heilen vom Urschmerz der Trennung.

Letztlich geht es um die Wiederverbindung mit “Omega”, dem göttlichen Zentrum in allen Dingen. In der Begegnung von Zentrum zu Zentrum vollzieht sich die Liebe, so schrieb Teilhard de Chardin. Das Ziel unserer Arbeit ist die neue Erde, Terra Nova. Solange noch ein einziges Kind verhungert, ein Mädchen beschnitten, eine Frau vergewaltigt, ein Tier gequält und ein junger Mann zum Krieg gezwungen wird, ist diese Welt nicht in Ordnung. Wir arbeiten weiter. Bitte helft mit. Unterstützt das Projekt publizistisch und finanziell.

Für die Solidarität und Liebe der Geschlechter.
Für alle Kinder der Erde.
Für eine Zukunft ohne Krieg.

Dieter Duhm, Tamera, März 2013

LITERATUR
Die dargestellten Gedanken sind ausführlich behandelt in folgenden Büchern:
Dieter Duhm: Die Heilige Matrix. Verlag Meiga
Dieter Duhm: Der unerlöste Eros. Verlag Meiga
Sabine Lichtenfels: Grace – Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg. Verlag Meiga
Sabine Lichtenfels: Weiche Macht. Verlag Meiga

WEITERE INFORMATIONEN
Institut für globale Friedensarbeit • Tamera • Monte do Cerro • P-7630-303 Colos • Portugal
Tel. +351 283 635 484 • Fax +351 283 635 374 • igp@tamera.orghttp://www.tamera.org

Quellen:
http://www.tamera.org/fileadmin/PDF/Heilung_der_Liebe_de_mail.pdf
http://www.tamera.org/index.php?id=1000&L=1

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Einladung zum Vortrag am 9. Mai 2013 – Ursachen der Finanzkrise

Wir laden ein zum Vortrag…

Wie funktioniert Geld und der Geldschöpfungsprozess?

Bewusstsein und Verantwortung.

Cornelius Butz, Edelmetallhändler aus Stuttgart, erklärt an diesem Abend die Funktionsweise des Geldsystems, den Prozess der Geldschöpfung und beleuchtet die wahren Ursachen der Finanzkrise, die auch eine Bewusstseinskrise darstellt. Wie kann der Einzelne diesem undurchsichtigen Moloch verantwortungsvoll und mit Zuversicht begegnen?

* Datum: Donnerstag 09.05.2013, 19:00
* Ort: Restaurant Graf Zeppelin, Plochinger Str. 20, 73730 Esslingen
* Einlass ab 19:00, Beginn 19:30, Dauer ca. 60-90 Minuten
* Unkostenbeitrag 3,00 EUR pro Person, ohne Anmeldung 5,00 EUR
* Anmeldung: Begrenzte Sitzplätze! Wir bitten deshalb um Anmeldung mit Nennung der Teilnehmerzahl über dieses Formular.
* Sie erhalten in jedem Fall eine Bestätigung.

Geld-Vortrag

Eine Veranstaltung von Klardenker-Treffen Esslingen.

Das realitätsfremde Weltbild einiger Hardcore-Esoteriker

Manchmal stoßen unterschiedliche Weltbilder frontal aufeinander. Es dürfte im Jahr 2013 weitläufig anerkannt sein, dass jeder Mensch zumindest zum Teil in seiner ganz eigenen Welt lebt; nach dem Modell von Vera Birkenbihl auf „Inseln“. Soweit ist das völlig okay. Manche leben aber auch in Paralleluniversen.

Einige Esoteriker – oder solche die ich dafür halte, der Begriff soll nur der vorübergehenden Orientierung dienen – sind Anhänger folgender

Überzeugungen bzw. Thesen:

  1. Du bist der Schöpfer Deiner Realität(en?).
  2. Für alles, was Dir im Leben geschieht, bist Du zu 100 Prozent selbst verantwortlich. Das schließt jeden vordergründig fremdgesteuerten Konflikt, jede Krankheit, etc. mit ein.
  3. Das Gesetz der Resonanz trifft auf jeden zu. Ein Beweis der Richtigkeit dieses Gesetzes ist nicht erforderlich.

Zuerst einmal hört sich die völlige Eigenverantwortlichkeit gut an. Ein simples Konzept für komplexe Zusammenhänge, nach dem sich die Lebensplanung ja eigentlich schlagartig vereinfachen müsste, sofern man die Gültigkeit dieses Gesetzes anerkannt hat. Aus irgendeinem Grund klappt das trotzdem bei vielen nicht so recht, mitunter von Vertretern dieser Theorie selbst. Stellt man das fest, antworten diese sehr gerne „Ich bin mit allem in meinem Leben völlig zufrieden.“ – Wenns so wäre, verbeuge ich mich und habe noch einiges zu lernen. Leider liegt der Verdacht nahe, dass da aber etwas vergessen wurde:

Physische Realität: An dem Weltbild der Esoteriker fehlt jedoch eine Komponente, die ich gerne ergänze: Die gemeinsame Realität. Damit ist nicht „die einzige wahre Realität“ gemeint. Anerkannt habe ich ja bereits, dass jeder Mensch in mehr oder minder großem Ausmaß seine eigene Realität lebt. Mit „gemeinsamer Realität“ meine ich jedoch die Realität, die uns alle miteinander verbindet, und das ist die physische Welt. Haut Dir jemand auf den Kopf, wirst Du das wohl merken.

Es gibt die Vorstellung, dass wir alle Seelen sind, die auf diesem blauen Planeten auf Lebenszeit, also für die bekannte begrenzte Zeit, ihre Verkörperung leben. Wir haben also einen Körper, den wir beschützen und pflegen wollen und sollten, wenn uns unser Dasein lieb ist.

Sämtliche Konflikte, Probleme, vom Geldsystem, Bankenrettungen, ESM, Steuerveruntreuung, Polizeigewalt, … betreffen unsere gemeinsame physische Welt, weil diese Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben können. Natürlich spielt auch der Angstfaktor eine große Rolle.

Das vergessen die Vertreter des Hardcore-Esoteriker Weltbildes aber leider. Einige typische Argumentationsmuster:

  • Ein israelischer Abrissbagger einer palestinensischen Familie macht nicht nur Angst, sondern kann auch direkte physische Auswirkungen haben. – Antwort: Die Familie hat die Abrissbagger manifestiert, weil sie auch schon vorher ihr Leben durch Angst dominieren ließen.
  • Ein Passagierflugzeug stürzt ab. -Antwort: Alle Passagiere haben an etwas schlechtes gedacht, waren „negativ“, hatten Angst, etc. Ein Materialfehler an einem Triebwerk wäre nur ein Symptom, die Ursache bleibt die gleiche: Negative Gedanken, Manifestation des Schlechten, usw.
  • Demonstranten im Stuttgarter Schlosspark wurden bei einer Polizeigewalt-Maßnahme mit einem Wasserwerfer beschossen. Ein Mann verlor nahezu sein Augenlicht, zahlreiche Schüler und andere wurden verletzt. – Antwort: Die Demonstranten haben die Gewalt gegen sie selbst verursacht (indem sie ihr Recht auf Demonstration wahrgenommen haben???). Die Schüler hätten nicht auf den Wasserwerfer klettern müssen.
  • Eine Hochzeitsgesellschaft in Afghanistan wurde von Uranbomben der NATO getroffen. Dutzende Menschen starben sofort, viele waren verletzt. – Antwort: (Keine.) Wie die Antwort lauten könnte, ist nach den ersten beiden Beispielen offensichtlich.
  • Auf der Autobahn reißt der Zahnriemen eines Pkw. Der Motor hat vermutlich einen Totalschaden. Die Insassen diskutierten gerade freundlich und interessiert über Gott und die Welt. – Antwort: Irgendwer hatte wohl negative Gefühle, sonst wäre das ja nicht passiert. Dass der Zahnriemen schon länger nicht mehr ausgetauscht wurde, darauf kommt der Hardcore-Eso wohl nicht. Die Behauptung über negative Energien bei den Mitfahrern ist eine Anmaßung, die sich der Eso völlig unwissenderweise gerne mal leistet, in der Hoffnung nicht dabei erwischt zu werden.

Trotz zahlreicher Nachfrage erhalte ich keine Antwort auf die Frage, was nun diese Hochzeitsgesellschaft negativ manifestiert haben soll, um das Weltbild des Hardcore-Esoterikers zu stützen.

Realitätsleugnung: Man erkennt jedoch: Der Esoteriker lässt es nicht zu, dass es in der physischen Realität auch Faktoren gibt, die der einzelne Betroffene eben nicht selbst steuern kann, und zwar weder bewusst noch unbewusst. Was ein Fußgänger, der von Stuttgart 21 keine Ahnung hat und keine Meinung zu politischen Themen hatte, anders machen sollte, um nicht beschossen zu werden, beantwortet der Hardcore-Esoteriker bestenfalls damit, dass man sich ja solchen Agressionspunkten nicht nähern müsse. Nicht wissen will er dagegen, was ein freiheitliches Miteinander eigentlich ausmacht, nämlich die schon immer gültige Maxime und gleichzeitig einzige Regel, die man braucht, und die ist:

Meine Freiheit hat da ihre Grenzen,
wo ich Deine Freiheit einschränke.

Oder daraus abgeleitet:

Was Du nicht willst das man Dir tu,
das füg auch keinem anderen zu.

Keine Beweisbarkeit: Das braucht man, wenn man gesellschaftliches Zusammenleben begreifen und lebenswert gestalten will, und keine abgehobenen, realitätsfernen Wirklichkeits-Theorien, die so oder so vollkommen unbeweisbar sind. Beweisbar dagegen ist, dass wir in einer gemeinsamen physischen Welt leben. Such Dir jemanden, der das Gegenteil behauptet, gib ihm eine gehörige Ohrfeige, und er dürfte überzeugt sein.

Negativität: Oft hört man sie auch sagen „Du bist zu negativ. Deswegen ziehst Du das Negative an.“ – Wenn es jedoch so ist, dass es keine objektive Wahrheit gibt (unberührt davon jedoch eine gemeinsame physische Realität), dann lautet die Antwort: „Negativ? Ich bin positiv geladen. Negativ bin ich nur in Deiner negativen Sichtweise, demnach bist Du selbst wohl ziemlich negativ.“

Alles ist okay: Ich frage mich, warum Menschen mit solchen Überzeugungen zu politischen Treffen kommen. Wenn doch sowieso jeder für alles selbst verantwortlich ist, dann bedarf es keiner Verbesserung der zustände, sondern alles ist bereits so wie es sein soll und sein muss. Das bestätigen die Vertreter zwar so nicht, aber sie lassen keinerlei Anstrengungen erkennen, dass sie tatsächlich etwas verändern wollen. Veränderung durch Gedankenschieben und Resonanztherapie… ob dieses Werkzeug ausreicht?

Pyramiden-Denke als Entschuldigung: Die gleichen Menschen weisen bei der Lösung von Problemen auf die höheren Ebenen in der Pyramide hin. Die eigentlichen Verantwortlichen säßen dort. Wenn man ihnen sagt, dass Verantwortung nicht nur einseitig, sondern auf allen Ebenen einer Befehlskette existiert, wird ausgewichen. Befehlsempfänger von Polizeigewalt hätten keine Verantwortung, weil diese „niedrigere“ Tiere seien, die ja nur Befehle annähmen und ihre Familie ernähren müssten. So eine Argumentation lässt sich aber auch für alle anderen Ebenen finden, und so liegt es auf der Hand, dass das Weltbild der Hardcore-Esoteriker zu keinem Ergebnis führt, außer dass alles so bleibt wie es ist, oh, und dass vielleicht mehr Bücher über das Resonanzgesetz verkauft werden.

Die esoterische Agenda findet eine schnellere Verbreitung als jedes Multi Level Marketing Konzept. Muss man sich Sorgen machen?

Zur Lösung: Eigene Gedanken machen, sich auch mal von der Welt abkoppeln und die eigene Welt bauen, ist alles in Ordnung. Dabe sollte man sich aber nicht so weit hineinsteigern, dass man unter Realitätsverlust leidet. Die pysische Realität, in der wir leben, ist im Gegensatz zu vielem anderen kein Bewusstseinszustand. Niemand kann behaupten, vor Gewalt gegen seinen Körper immun zu sein.

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Die Gender-Forschung in Norwegen kommt zum Erliegen

The Gender Equality Paradox, eine Dokumentation von Harald Eia und NRK

Das Norwegische hat mir genauso viel Spaß gemacht wie die Fragen des Reporters. Englische Übersetzungen im Untertitel.

56 Millionen Euro gerettet: Komiker zerlegt Gender-Forschung in Norwegen.

Die norwegische „Genderforschung“ (als Wissenschaft verkaufte Ideologie) verfügte über ein Jahresbudget von 56 Millionen Euro — bis eines Tages der Komiker Harald Eia, der über einen Universitätsabschluss in Soziologie verfügt, zeigte, dass der gegenderte Kaiser keine Kleider trägt:

Er organisierte ein Kamerateam und stellte bekannten norwegischen Wissenschaftlern kritische Fragen zur Gendertheorie und stellte deren Antworten jene von international anerkannten Wissenschaftlern anderer Disziplinen gegenüber. Es waren Fragen über sexuelle Orientierung, Geschlechtsrollen, Gewalt, Rasse und Erziehung. Er tat dies mit fundierten Wissen und einer naiven, aber humorvollen Fragetechnik. Solche Fragen waren die Genderwissenschaftler nicht gewohnt. Schon gar nicht kritische Fragen zur Gendertheorie. Viele Interviewte merkten erst danach, was da eigentlich abgelaufen war. Ehe sie sich beschweren konnten, was sie später nachholten, gingen seine Interviews im Frühjahr 2011 beim staatlichen TV-Sender NRK in der Sendereihe „Gehirnwäsche“ auf Sendung. Die Öffentlichkeit war schockiert und die Wissenschaft entsetzt. (…) Am 19. Oktober 2011 erschien eine Pressemitteilung, die die Schließung des Nordic Gender Institute zum 31.12.2011 ankündigte. Damit war der Förderstopp für Genderstudies in Höhe von 56 Mio. Euro verfügt. Die „Wissenschaft“ der Genderstudies wurde mit einer einstimmigen Entscheidung des Nordic Council beendet.

Über Harald Eias Erfolg erfährt man nichts in unseren Medien, wohl aber auf der AGENS-Website.

In Deutschland steht die finanziell hochlukrative Genderforschung noch wie eine Eins, was man derzeit zu sichern versucht, indem man ihre Kritiker gezielt diffamiert, sie beispielsweise in einen Zusammenhang mit „rechtem“ Gedankengut zu bringen versucht. Als Folge solcher Kampagnen äußern sich auch viele männliche Wissenschaftler hierzulande nur zurückhaltend und vorsichtig, wenn es um Kritik am Genderkartell geht. In Norwegen ist das anders — da haben die Männer wenigstens Eia.

Artikel zum Thema:
agens – Mann und Frau MITeinander
Genderama Blog

Wir lieben Stuttgart

Den folgenden Vorschlag empfehle ich der gesamten Bewegung, der BAA-Webseite, dem Aktionsbündnis, Parkschützern und dem BUND zu übernehmen und umzusetzen! – Bitte arbeiten Sie mit der Wissensmanufaktur, Prof. Dr. K.-A. Schachtschneider, Andreas Clauss und allen Ähnlichdenkenden zusammen!

Stuttgarter Erklärung 3.0

Wir lieben Stuttgart

ohne massiver Veruntreuung von Steuergeldern,
ohne Volksbetrug und ohne Hochverrat durch Politiker,
ohne milliardenschwerr Immobilienspekulation auf Kosten von Mensch, Umwelt und Natur,
mit einem leistungsstarken Kopfbahnhof.

Wir, engagierte und empathische Menschen aus Baden-Württemberg, fordern alle Projektbeteiligten ultimativ zur Vernunft auf. Sollte bis 1. Januar 2013 kein vollständiger Ausstieg aus Stuttgart 21 beschlossen sein, werden wir unsere Steuergelder wo es auch immer möglich ist, nur noch auf ein pfändungssicheres Treuhandkonto überweisen und das korrupte BRD-System austrocknen. Die Erstzeichner und Unterstützer.

Rechtspluralismus in Bolivien – Die Justiz der Versöhnung

Seit 2009 gilt im Vielvölkerstaat Bolivien offiziell Rechtspluralismus. Es herrscht nicht nur das westliche Rechtssystem, sondern gleichberechtigt dazu auch die ordinäre und indigene Rechtssprechung. Etwa 63 Prozent der Bevölkerung fühlen sich einem der 36 anerkannten indigenen Völker zugehörig.

Ausschnitte aus dem Artikel
Boliviens Experiment mit der traditionellen Justiz (Infosperber.ch)

Eine Justiz der Versöhnung

Welche sind also die primären Merkmale der indigen-kommunitären Rechtspraxis? Ramiro Molino hat die indigene Rechtssprechung bolivianischer Prägung in zahlreichen Fallstudien untersucht: Im Grundsatz ist die indigene Justiz eine in der andinen Kosmovision verwurzelte, überwiegend mündlich tradierte Praxis der Rechtsprechung, die darauf abzielt, das durch ein Vergehen gestörte Gleichgewicht der Gemeinschaft wiederherzustellen: «Die indigene Justiz ist eine Justiz der Versöhnung. Das Ziel besteht darin, zur Harmonie zurückzukehren. Der Missetäter wird dazu gebracht, seinen Fehler wieder gutzumachen und das Opfer zu entschädigen», erläutert Molino. Während die staatliche Justiz der Logik des «Wegschliessens von Verbrechern» folge, stehe hier das möglichst rasche Wiedereingliedern des Missetäters in das soziale Gefüge im Vordergrund. Dabei liege es in der Natur der Sache, dass kapitale Verfehlungen – wie Mord und Kindsmissbrauch – von der indigenen Justiz auf diese Weise nicht bewältigt werden könnten und an den Staat übertragen werden müssten.

In hohem Grad demokratisch

Anders als in der ordinären Justiz, wo Gesetze über die Legislative entstehen, werden die Normen in der indigenen Rechtsprechung per Debatte und Konsens in sehr kleinen Versammlungen auf Ebene der indigenen Gemeinden, den sogenannten ayllus, definiert. Molino unterstreicht, dass die Normen dadurch in hohem Grade demokratisch legitimiert seien.

Sie finden ihren Ausdruck in Form von soziokulturellen Werten, die durch die lokalen Lebensbedingungen inspiriert und christlichen Grundprinzipien nicht unähnlich sind: In ländlichen Gemeinden mag das heissen, nicht zu stehlen, kein Faulpelz oder Trinker zu sein, sich nicht auf das Niveau von Tieren herabzulassen und sich gegenüber der pachamama, der Mutter Erde, nicht Besitz ergreifend zu verhalten. Im Gegensatz zur ordinären Justiz ist die indigene Rechtsprechung für alle Mitglieder der Gemeinde kostenlos. Dadurch ist sie offen zugänglich. Molino betont, dass asymmetrische Machtverhältnisse, die aufgrund sozio-ökonomischer Unterschiede vor staatlichen Gerichten oft eine Rolle spielen, dadurch entschärft würden.

Verurteilungen folgen vermuteten Straftaten auf dem Fuss

Ein weiterer bedeutender Unterschied findet sich darin, dass die Ämter mit richterlicher Befugnis nicht von Spezialisten, sondern von gewöhnlichen Leuten aus der Gemeinde im Turnus bekleidet werden. Lange Gefängnisstrafen und Wartezeiten bis zum Strafvollzug existieren nicht: Das Urteil wird schnell gesprochen, die Strafe sofort vollzogen. Stelle man hier einen Vergleich mit der staatlichen Justiz an, so Molino, erstaune die hohe Effizienz der indigenen Rechtsprechung: «Nach offiziellen Statistiken warten rund 80% der Insassen in staatlichen Gefängnissen auf eine rechtskräftige Verurteilung.»

Hinzu komme eine sehr bolivianische Eigenheit, kleine Zwists und Streitereien schnell vor den Richter zu bringen, was das Justizsystem zusätzlich überfordere. Die indigene Rechtsprechung sei daher hervorragend geeignet, kleinere Vergehen zu bearbeiten und das staatliche Justizsys-tem zu entlasten.

Eine ganze Palette von Sanktionsmöglichkeiten

Je nach Schweregrad des Delikts werden Sanktionen physischer, finanzieller und psychologischer Natur erwogen: Neben körperlicher Arbeit zu Gunsten der Gemeinschaft, Geldstrafen sowie materieller Wiedergutmachungen durch die Schenkung von Vieh werden auch die Verweigerung des Respekts, der Ausschluss von gemeinschaftlichen Aktivitäten und der Abbruch jeglicher Beziehungen zur Familie des Beschuldigten praktiziert. Tatsache ist, dass öffentlich verabreichte Peitschenhiebe ebenfalls zur gängigen Strafpraxis gehören. Üblicherweise handelt es sich um drei Hiebe, wobei vor der Ausführung zuweilen die Natur um Erlaubnis gefragt wird. In dieser Strafpraxis liegt wohl begründet, dass die indigene Rechtsprechung wiederholt mit Lynchjustiz in Verbindung gebracht oder gar verwechselt wird.