Athen – Schauplatz einer modernen griechischen Tragödie?

Von rasendereporterin.de

Anfang des Jahres waren wir für Cashkurs-TV in Athen unterwegs. Gemeinsam mit Dirk Müller wollten wir uns selbst ein Bild von der Lage in Griechenland machen. Wir hatten die Möglichkeit, mit den verschiedensten Menschen zu sprechen, die uns ihre Situation beschrieben und ihre Sicht auf die Dinge näherbrachten. Wir redeten über die Glaubwürdigkeit der Mainstream-Medien, über das griechisch-deutsche Verhältnis, über die Lebens- und die politischen Zustände in einem Land, das in das sechste Jahr der Rezession bzw. Depression geht.

Soviel sei festgehalten: Das Vertrauen schwindet auf allen Ebenen, weder der Politik, noch den Medien wird mehr Glauben geschenkt. Allein die Hoffnung bleibt den Menschen! Von einer Deutschenfeindlichkeit habe ich nichts gespürt, im Gegenteil. Auch bei unserem zweiten Besuch in Athen letzte Woche, sprach ich mit vielen Menschen, auch ohne Kamera. Die griechische Bevölkerung hat die Nase voll von der Europapolitik und kann die Last der Sparprogramme nicht mehr lange schultern. Aber die überwältigende Mehrheit differenziert deutlich zwischen den politischen Führern der anderen Länder und deren Bevölkerung. Und die Völker sollten zusammenstehen, so das Credo aus Athen.

Vielen Dank an alle Interviewpartner! Außerdem bedanken wir uns ganz besonders bei Tanja Nettersheim, Krinio Pappa, Simone Schnabel und Dietmar van de Rydt  für ihre großartige Hilfe.

Dietmar van de Rydt steht bei einem geplanten Trip nach Athen gerne mit Rat und Tat zur Seite! Er ist per email unter dietmar@ath.forthnet.gr zu erreichen und freut sich, Besuchern auf Wunsch die Stadt, auch abseits der bekannten Touristenattraktionen, zu zeigen. Echte Insidertipps garantiert!

Danke an Julia! rasendereporterin.de | Youtube

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Dirk Müller bei Maybrit Illner – Chaos, Clowns und Euro-Krise

Maybrit Illner vom 07.03.2013. Chaos, Clowns und Euro-Krise – Zieht uns Italien in den Abgrund? – Italien hat gewählt und die Botschaft ist hart: Es gibt keinen Konsens in Europa über die Rettung aus der Krise. Maybrit Illner diskutierte unter anderem mit Rainer Brüderle, Oskar Lafontaine und Dirk Müller.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hält angesichts der wirtschaftlichen und politischen Krise in Italien einen Euro-Austritt des Landes für denkbar. Es könne sein, „dass sie rausgehen“, sagte Brüderle in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Italien müsse sich entscheiden, ob es sich bei der gemeinsamen Währung anpassen wolle. „Und wenn sie das nicht wollen, müssen sie die Konsequenzen ziehen“, stellte Brüderle klar. Die Entscheidung liege aber allein bei Italien.

„Die Spielregeln müssten eingehalten werden“

Es sei seine feste Überzeugung, „dass wir den Euro als Instrument einer europäischen. Entwicklung brauchen“, sagte der FDP-Politiker, schränkte aber ein: „Da müssen nicht zwingend alle dabei sein, die heute dabei sind.“ Die Spielregeln müssten eingehalten werden.

Alternative zu einem Euro-Austritt ist Brüderle zufolge, dass Italien „drastische Maßnahmen“ ergreife. Kernproblem des Landes seien die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, der jahrelange Reformstau und eine mangelnde Handlungsfähigkeit der Regierung. Es bestehe „ein Misstrauen gegenüber der Art, wie Politik in Italien betrieben wird“.

„Mehr Sorge um Regierung in Frankreich“

So seien bis heute weder die Staatsausgaben nennenswert zurückgeführt noch der Arbeitsmarkt flexibilisiert worden. Deutschland habe mit der Einführung von „Hartz IV“ einen harten Prozess hinter sich. „Das muss Italien auch machen“, forderte Brüderle. „Nichts machen und nur beklagen, was schlecht ist, das ist zu billig.“

Er glaube aber, dass Italien die Kraft habe, „möglicherweise mit einer Technokratenregierung Fortschritt zu kriegen“. Er mache sich letztlich momentan mehr Sorgen über die französische Regierung als über die italienische, sagte Brüderle.

„Die Euro-Krise ist nicht überwunden“

Generell warnte er: „Die Euro-Krise ist nicht überwunden.“ Dabei sei die Grenze der Belastbarkeit für Deutschland erreicht: Es könne nicht sein, dass die deutschen Arbeitnehmer mit ihren Steuern „all die Fehlentwicklungen in allen Ländern Europas“ bezahlten. „Das können wir nicht. Der deutsche Staatshaushalt kann nicht zum Selbstbedienungsladen für ganz Europa werden.“

Die italienische Journalistin Flaminia Busotti verteidigte bei Maybrit Illner ihr Land. Zwar sei es richtig, dass Italien „jahrzehntelang notwendige Reformen verschlafen“ habe. Es stimme aber nicht, dass Italien von der Gemeinschaft Gelder erhalte. „Wir sind Netto-Zahler“, betonte die Journalistin. Es sei nicht fair zu behaupten, Italien sei Profiteur. Immerhin habe man Deutschland zu Zeiten der Wiedervereinigung als Partner in Europa unterstützt. Das sei damals auch keine „rein wirtschaftliche Sache“ gewesen, sagte Bussotti und fügte hinzu: „Wir betteln nicht und wir sind uns unserer Probleme sehr bewusst.“ Das Bild, dass Italien der „Verschwender Europas“ sei, stimme allerdings ganz und gar nicht.

„Europa darf nicht nur mit Sparen assoziiert werde“

Der Mitbegründer der neuen Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“, Bernd Lucke, kritisierte in der Sendung, „dass Berlin und Brüssel diese Krise überhaupt nicht im Griff haben“. Zudem dienten die vielen Hilfspakete gar nicht den kriselnden Ländern selbst, sondern seien lediglich „Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsektors“, sagte der Ökonom der Universität Hamburg.

Der Außenminister Luxemburgs, Jean Asselborn, zeigte sich ebenfalls durch die Situation in Italien besorgt: „Wenn ein Land wie Italien unregierbar würde, wäre das für Europa und den Euro ein sehr starkes Stück.“ Man müsse aber über die Gründe für den Wahlausgang zugunsten von Populisten nachdenken. Europa dürfe nicht nur mit Sparen assoziiert werden.

„Merkel ist die Kurtisane der Reichen Europas“

Der ehemalige Linkspartei-Vorsitzende Oskar Lafontaine hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit drastischen Worten für ihre Euro-Rettungspolitik angegriffen. Viele in Deutschland glaubten immer noch, Merkel rette die Griechen, Portugiesen oder Italiener, sagte Lafontaine bei Maybrit Illner. „Null davon“ stimme, denn die Kanzlerin rette in Wirklichkeit die Banken und damit die Reichen. „Merkel ist die Kurtisane der Reichen Europas.“

Diese Politik werde zu Recht abgelehnt, wie jüngst bei den Wahlen in Italien, sagte Lafontaine. „Die Italiener haben verstanden, dass sie für eine völlig verfehlte Bankenrettung bezahlen müssen mit Rentenkürzungen, mit Lohneinbußen, mit Einbrüchen sozialer Leistungen. Das wollen sie nicht mitmachen“, konstatierte der Fraktionschef der Linkspartei im Saarland. Es sei absurd, zur Rettung der Reichen die Armen in Europa zur Kasse bitten.

„Europa zusammenzubringen, das geht auch ohne den Euro“

Finanzexperte Dirk Müller wollte mit dem Gedanken „aufräumen“, dass der Euro und Europa identisch seien. „Europa zusammenzubringen, das geht auch ohne den Euro“, betonte er. Es wäre sogar wesentlich einfacher. Die Sparpakete, die mit Unterstützung Deutschlands eingeführt wurden, seien ein „völliger Wahnsinn“. „Ich kann keine Reformen machen und gleichzeitig hinein sparen. Wenn ich Reformen mache, muss ich das mit Konjunktur-Paketen unterstützen“, erläuterte Müller seine Position. Inzwischen sei „Europa ist gefährdet“, nicht „wegen eines Glühlampen-Verbotes in Brüssel, sondern weil eine falsche Währung uns auseinander sprengt“.

http://www.zdf.de/maybrit-illner/Chaos-Clowns-und-Euro-Krise-26924236.html

Dirk ‚Mr. DAX‘ Müller – Interview im ORF III vom 17.05.2012

Eines der besten Interviews, was auch an dem Redakteur liegt. Warum schaffen ARD und ZDF nicht, was der ORF kann?

ORF III, 17.05.2012 21:50

Staats­schul­den-, Eu­ro- und Fi­nanz­kri­se. Seit 2007 liest, hört und sieht man die­se The­men ständ­ig. In der In­for­ma­ti­ons­flut droht man den Üb­erb­l­ick zu ver­lie­ren. Wo­her kommt die Macht der Ra­tin­g­agen­tu­ren, wer tätigt wie Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäfte, wie funk­tio­niert un­ser Geld­sys­tem und was kann der Bürg­er tun um sein Hab und Gut durch die Kri­se zu brin­gen? Im gan­zen In­ter­view mit dem Fi­nanz­ex­per­ten Dirk Müll­er, ali­as Mr. Dax, geht ORF III-Chef­re­dak­teur Chri­stoph Ta­kacs den Hin­ter­gründ­en die­ser Kri­sen nach.

Europa vor dem Abgrund – Wie sicher ist unser Geld?

Europa vor dem Abgrund – wie sicher ist unser Geld? Beckmann vom Donnerstag, 27.10.2011.

Am Tag nach dem Billionen-Gipfel in Brüssel diskutieren Börsenexperte Dirk Müller, Ex-Finanzminister Theo Waigel, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Universitätsprofessor Franz Hörmann, Andreas Neukirch (Vorstand der GLS Bank) sowie Chiemgauer-Gründer Christian Gelleri die Erweiterung des Rettungsschirms und beantworten Zuschauerfragen zur Euro-Krise.

Theo Waigel (Ex-Bundesfinanzminister, CSU)
Er gilt als „Vater des Euro“: Als Finanzminister im Kohl-Kabinett unterzeichnete Theo Waigel 1992 den Maastrichter Vertrag über die Währungsunion und vertrat die strikte Einhaltung von Stabilitätskriterien – eine Haftung für die Schulden anderer Staaten war ausgeschlossen. Heute, zwei Jahrzehnte später, bewilligen Europas Regierungschefs immer neue Rekordsummen, um den Euro zu retten. Ist das Finanzsystem außer Kontrolle geraten?

Philipp Rösler (FDP-Vorsitzender und Bundeswirtschaftsminister)
Findet die Koalition einen Weg aus dem Chaos? Als einer der ersten im Kabinett von Angela Merkel dachte FDP-Chef und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler laut über eine Insolvenz Griechenlands nach – und erntete dafür scharfe Kritik nicht nur von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die FDP-Spitze unterstützt die neuen Euro-Rettungspläne – doch an der Parteibasis kämpft Rösler um Zustimmung. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird es einen Mitgliederentscheid geben, der die Koalition kippen kann: Soll es weitere Hilfsmaßnahmen für verschuldete Staaten geben?

Dirk Müller (Börsenexperte)
Er gilt als Deutschlands bekanntester Börsenexperte: Für Dirk Müller ist die Euro-Rettung eher eine Banken-Rettung, die den Steuerzahler womöglich teuer zu stehen kommt. Der frühere Börsenmakler erwartet das Ende des bestehenden Finanzsystems mit gravierenden Folgen für alle Bürger. Was müssen Sparer jetzt beachten? Welche Anlagen lohnen sich noch? Und was wird aus Lebens- und Rentenversicherungen von Millionen Deutschen?

Außerdem sind zu Gast:
Prof. Franz Hörmann, Professor für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen an der Universität Wien
Andreas Neukirch, Vorstand GLS-Bank
Christian Gelleri, Geschäftsführer „Regios eG“ und ehem. Wirtschaftslehrer
Dr. Günter Hörmann, Geschäftsführer Verbraucherzentrale Hamburg

Dirk Müller im Interview

Frankfurter Börse: Lars Schall befragt Dirk Müller (Mr. Dax), zu den brennenden der Weltwirtschaftslage. Unter anderem werden Inflation, Rezensionsgefahr, chinesische Immobilienblase und Lebensmittelinvestitionen bei diesem Interview beleuchtet.

Frankfurter Börse: Lars (schneller-als-der) Schall befragt Dirk Müller (Mr. Dax), zu der Lage in Griechenland, die — trotz neuer Rettung — nicht besser geworden ist. Griechenland hat keine nennenswerte Industrie und leidet unter dem Euro. Es gibt eigentlich nur zwei grundsätzliche Möglichkeiten, meint Dirk Müller: Schuldenschnitt und Neuanfang mit der Drachme oder einen „Marshallplan“, der Griechenland umkrempelt.

Dirk Müller über das Verbot bzw. die Beschränkung der Spekulation mit Grundnahrungsmitteln. Einen negativen Einfluss auf die Agrarmärkte schrieb auch Dirk Müller von der Ethos GmbH den Indexfonds zu. „Mit ihrem Aufkommen im Jahr 2000 stiegen auch die Preise für Rohstoffprodukte“, sagte er. Transparenz sei nötig, um verlässliche Geschäfte auf den Terminmärkten zu ermöglichen. Gleichzeitig unterstrich er auch den positiven Nutzen der Terminmärkte. „Aber die Dosis macht das Gift“, sagte Müller. Niemanden dürfe gestattet sein, dem Markt Lebensmitteln zu entziehen, um sie später wieder teuer verkaufen zu können.

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Schulden-Tragödie in Athen – wer zahlt für das Desaster? Über die Griechenland-Euro-Krise diskutieren Gregor Gysi (Die Linke), Otto Fricke (FDP), Marie-Christine Ostermann, Rolf Becker und Dirk Müller.

Dirk Müller:

Da wär‘ Stuttgart 21 ein Kindergeburtstag gegen.

Das grenzt an Veruntreuung von Steuerzahlergeldern.

Die Demokratie verlangt dass Sie das Fachwissen haben… Wenn Sie sich eine Blaubpause von der Deutschen Bank schreiben lassen, wie Ihr Gesetz auszusehen hat oder wie Ihre Vorlage auszusehen hat, dann ist das ein Skandal.