Streit um Auftritt der Anti-Zensur-Koalition

Die umstrittene(???) Anti-Zensur-Koalition hält am 23. November erneut eine Tagung in der Churer Stadthalle. Die Betreiber sehen trotz einer hängigen Klage keinen Handlungsbedarf.

Eigentlich wollten sie den Veranstaltungsort geheim halten. Trotzdem ist nun durchgesickert, dass sich die Gemeinschaft Anti-Zensur-Koalition (AZK) im November erneut in der Churer Stadthalle treffen wird. Im vergangenen Jahr hat die Vereinigung für Schlagzeilen gesorgt, weil Sylvia Stolz, eine deutsche Holocaust-Leugnerin, als Referentin aufgetreten ist. Der Berner Anwalt Daniel Kettiger reichte daraufhin Strafanzeige gegen AZK-Gründer Ivo Sasek und Stolz ein. Die Verfahren seien derzeit noch hängig, wie die «Südostschweiz» berichtet.

Die Kantonspolizei Graubünden hat im Januar verlauten lassen, dass man die Lage prüfen werde, falls die Organisation wieder nach Chur käme. Eine Bewilligung benötigt die AZK jedoch nicht, weil es sich um eine private Veranstaltung handelt. Die Betreiber der Stadthalle, die Expo Chur AG, sieht keinen Handlungsbedarf. Das Programm liege auf dem Tisch und «wir haben darin nichts gefunden, was eine Absage an den Veranstalter rechtfertigen würde», sagt Geschäftsführer Marco Engel.

Meinungsfreiheit hat Vorrang

Doch in der Politik wird das anders gesehen. Die Juso hat am Freitag in einem offenen Brief die Bekanntgabe der Rednerliste gefordert. «Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht auf die Bekanntmachung der Redner», sagt Hanna Bay, Co-Vorsitzende der Juso Graubünden. Auch die Expo Chur AG müsse aktiv werden, da die Veranstaltung vom letzten Jahr hohe Wellen geschlagen und die Stadt in Kritik gebracht habe, wie Bay erklärt. Von einem grundsätzlichen Verbot sieht die Juso allerdings ab. «Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, wegen ein paar Esoterikern fordern wir kein Verbot. Wir werden das Ganze aber kritisch beobachten», sagt Bay.

Die Expo Chur AG hat in einer Stellungnahme betont, dass es keinen Grund gebe, die Veranstaltung abzusagen. «Uns gegenüber hat sich die AZK verpflichtet, die in der Schweiz geltenden Rechtsnormen einzuhalten», erklärt Engel in einer Mitteilung. Die Kantonspolizei habe die Vereinigung als «sektenähnlich», aber «harmlos» eingestuft. Zudem habe die Freiheit zur Meinungsäusserung eine höhere Priorität als ein präventives Verbot, die Stadthalle zu vermieten.

Die Anti-Zensur-Koalition setzt sich laut eigenen Parolen gegen eine zensierte Berichterstattung ein. «Die Massenmedien sind keine vertrauenswürdigen Diener der Öffentlichkeit mehr», heisst es auf ihrer Webseite. Die AZK hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die ihrer Meinung nach wichtigen und von den Medien «unterschlagenen» Informationen öffentlich zu machen.

Laut dem Sektenexperten Georg Otto Schmid handelt es sich bei der AZK um einen Zusammenschluss von verschiedenen Grüppchen mit unterschiedlichen Weltanschauungen. Dazu gehörten fundamentale Christen, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker und weitere Gruppen. «Sie haben alle gemeinsam, dass sie sich irgendwie verfolgt und von der Mainstream-Gesellschaft zu wenig beachtet fühlen», erklärt Schmid. Da es sich um keine geschlossene Gruppe handle, kann genau genommen nicht von einer Sekte gesprochen werden. Jedoch zeigen sich innerhalb der Gruppen «sektenhafte Strukturen».

Quelle: SchweizerKrieger

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2 Gedanken zu “Streit um Auftritt der Anti-Zensur-Koalition

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