Das Celler Loch – Aktion Feuerzauber

Oder: Wenn der Staat die Bombe selbst legt

Schon 1978 hat der Staat Verschwörungstheorien erfunden, um Terror zu verbreiten. „Bewaffneter Kampf“, „Terrorismus“, „Kampf gegen den Terror“ sind Phrasen, die die Behörden und Politiker aus dem Ärmel schütteln, um schnelle Schlagworte gegen erfundene Feinde zu haben. Sogenannte Behörden, die sonst keine Aufgabe haben, müssen sich schließlich behaupten können, damit ihre Finanzierung sichergestellt bleibt und Politiker sagen, „gut dass wir die GSG haben“. Damit das gescheiht, schafft man sich die Bösen Terroristen auch mal selbst, und dafür ist so gut wie jedes Mittel lieb.

Als Celler Loch wurde ein Loch bekannt, das im Rahmen der Aktion Feuerzauber am 25. Juli 1978 in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Der Anschlag war von der niedersächsischen Landesbehörde für Verfassungsschutz als False-Flag-Operation fingiert worden. Unter dem Schlagwort Celler Loch wurde auch die sich daraus ergebende Affäre bundesweit bekannt. Der Verfassungsschutz beabsichtigte angeblich, mit diesem Anschlag einen Informanten in die RAF einzuschleusen. Der Anschlag sollte als ein Befreiungsversuch für Sigurd Debus erscheinen, der als mutmaßlicher Terrorist der RAF im Celler Hochsicherheitsgefängnis (JVA) einsaß. Als involviert und informiert gelten der niedersächsische Verfassungsschutz, die auf Anforderung beim Bundesgrenzschutz tätig gewordene GSG 9, die Landesregierung unter Ernst Albrecht (CDU) sowie die Anstaltsleitung. Das Bundesinnenministerium als vorgesetzte Behörde der GSG 9 , das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Bundesregierung und die Landespolizei sollen vorab nicht informiert worden sein. Aufgrund dieser Aktion wurden die ohnehin harten Haftbedingungen von Sigurd Debus extrem verschärft, im Hungerstreik gegen diese Haftbedingungen starb Sigurd Debus 1981 infolge brutaler Misshandlungen während der Zwangsernährung, die bei ihm eine Gehirnblutung auslösten. Keiner der für diese Aktion verantwortlichen Verbrecher wurde jemals zur Rechenschaft gezogen.

Ulrich Wegener im Dialog. Ulrich Wegener übernahm im Jahr 1972 die Leitung der neugegründeten Grenzschutzgruppe 9. Internationale Bekanntheit erlangte Wegener fünf Jahre später in Mogadischu: In der Nacht zum 18. Oktober 1977 stürmte die GSG 9 das von Terroristen entführte Flugzeug Landshut und rettete alle 86 Geiseln. Als Terrorismusexperte hält der 83-Jährige heute Vorträge und ist Vorsitzender des Beirates einer Sicherheitsfirma.

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