Im Test: Kartoffelchips (Marktlücke inside)

Ab und zu esse ich gerne Chips. Nicht weil ich was Salziges brauche, sondern einfach weil die Kartoffel in dieser Form gut schmeckt. Getestet habe ich inzwischen mindestens 10 verschiedene Sorten. Das meiste war nicht nennenswert, ganz normaler Trash halt, aber ich will zwei Extreme beleuchten.

Fall 1: Der Griff zu „Natürlich Balsamico“ von funny-frisch war nicht schwer, Balsamico war mal was anderes und in der Zutatenliste fand ich nichts allzu Ekelerregendes. Ganz anders war es beim Öffnen der Packung. Ein wirklich widerlicher Geruch von Essig machte sich breit, der Geschmack war auch sehr seltsam. Als ich dann auf die Idee kam, die Chips auszuwaschen, ging das Theater los. Eine schmierige, farblose Suppe umgab meine Finger. Sie war kaum noch abzuwaschen. Ich gab alles in eine Schüssel wusch mit heißem und kaltem Wasser im Wechsel die Chips aus, dann verteilte ich die nassen Chips auf einem Backblech und gab alles eine halbe Stunde bei 200 Grad in den halboffenen Ofen. Heraus kamen gleichmäßig goldene und crosse Chips, die es so nirgendwo zu kaufen gibt. Sie schmeckten völlig neutral. Das Ergebnis war spitze. Aber wer hat Zeit und Lust auf diese Weiterverarbeitung?!

Fall 2: Burts hand fried potato chips ’sea salted‘ werden aus Devon, dem Südwesten Englands importiert und kosten wahrscheinlich auch durch den Transport teure 2,99 EUR pro Packung. Die Zutatenliste ist lurz: Kartoffeln, Meersalz. Wunderbar. Genauso schmecken sie, etwas farblos, aber gut. – Warum muss sowas importiert werden? Warum kann der Deutsche Mittelstand so etwas nicht herstellen? Die Produktionskosten dürften doch gering sein. Kein ekelhaftes Jod-Salz, kein Glibber-Essig-Brei-Gemisch. Die gleichen Chips gibts übrigens auch pur als ’no salt‘ Variante.

Hier gibt es einen ausführlichen Bericht über einen Fabrikbesuch bei BURTS.

Eine Theorie aus dem Film ‚Free Rainer‚ geht davon aus, dass die Menschen nicht konsumieren, was sie mögen, sondern dass sie das nehmen, was ihnen vorgesetzt wird und was gerade im Trend ist. Aus diesem Angebot entstehen dann neue Interessen und Trends. Das sollte man mal ausprobieren, liebe Hersteller. Lasst einfach mal den ganzen Industriemüll und Dreck aus den Produkten raus. Für das passende Marketing sorgen wir schon. „NWO-freie, handgebackene Kartoffelchips – nur Meersalz, sonst nichts. Hergestellt in … .“

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