Christoph Hörstel – Die aktuelle politische Lage in Nordafrika

Michael Vogt im Interview mit Christoph Hörstel beim Alpenparlament.TV vom 06.05.2012.

Islamexperte und Sachbuchautor Christoph Hörstel im Gespräch mit Michael Vogt über die aktuelle politische Lage in Nordafrika.

«Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind. Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird. Doch warum untersage ich mir, jenes andere Land beim Namen zu nennen, in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten – ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist? Warum aber schwieg ich bislang? Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? Weil gesagt werden muß, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir – als Deutsche belastet genug – Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre. Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, weil ich der Heuchelei des Westens überdrüssig bin» schrieb «mit letzter Tinte» Günter Grass, und ein medialer und politischer Sturm der Entrüstung brach aus, in dem dem alten ehemaligen Waffen-SS-Mann plötzlich seine Vergangenheit vorgehalten wurde und ganz im Sinne der Publikation von Evelyn Hecht-Galinski, der Tochter des verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, «Das elfte Gebot: Israel darf alles» Antisemitismus vorgehalten wurde. «Wer Israel kritisiert, ist antisemitisch», wurde Grass in die Schranken verwiesen. Diese komplett rassistische Position, die aus dem Vorwurf, Kriegsverbrechen à la Nürnberg zu begehen, aus religiösen oder ethnischen Gründen ein Volk eo ipso herausnimmt, also nichts anderes als (positiven) Rassismus betreibt, ändert nichts an der potentiellen Mitschuld des deutschen Politsystems an einem möglichen Massenmord an Iranern, wenn die BRD – wieder einmal gegen den Willen des Souveräns und ohne ihn zu fragen, U-Boote an Israel verkauft, von denen aus atomare Raketen verschossen werden können. Merkel & Co. und das gesamte Parlament sind damit als potentielle Mittäter ausgemacht.

Die medial und politisch komplett gleichgeschaltete Reaktion der Einheitspartei von CSU bis Grüne gegen Grass macht für die BRD wieder einmal deutlich, daß eine kritische und am Frieden orientierte Politik nicht möglich ist, ja nicht einmal die Debatte darüber und die BRD am politischen Gängelband der Militärinteressen Dritter hängt.

Im Detail:

– Kriegspolitik gegen Syrien
– Wer sind die Hintermänner? Woher kommen die «Rebellen», und wer versorgt diese mit Waffen?
– Rolle Libanons und Katars als US- und Israels Basen
– Die militärische und geopolitische Bedeutung des Irans
– Regierung contra Mossad
– «störende» Facebookinitiative für Frieden
– Interessen Rußlands und Chinas

Literaturempfehlungen:

– Afghanistan-Pakistan, NATO am Wendepunkt
– Sprengsatz Afghanistan: Die Bundeswehr in tödlicher Mission
– Brandherd Pakistan: Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt

Webseite Christoph Hörstel

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