Zeitschriften Abo-Nepper für die Pressevertriebszentrale in Stockelsdorf

Kennen Sie solche Zettel? – Genau. Ihnen wurde erzählt, dass Sie eine der Zeitschriften völlig unverbindlich testen sollen. Sie bekämen die Zeitschrift nur probeweise geliefert und müssten dann die Qualität der Zustellung bewerten. Die auf diesem Zettel genannten Abo-Verpflichtungen würden für Sie nicht gelten. Nach dem Testzeitraum würden Sie angerufen und nach der Qualität der Zustellung befragt, und ob Sie die Zeitschrift weiterhin beziehen wollen.

So oder ähnlich machen es Schüler und Studenten, aber auch alle möglichen anderen „Vermittler“ in den Einkaufsstraßen, an Bahnhöfen und anderen interessanten Orten in Deutschland.

Auch wenn auf dem hier gezeigten Zettel tatsächlich noch geschrieben steht, dass man 2 Monate gratis bekäme, ist alles andere, was einem dazu erzählt wird, schlicht Unsinn.

Tatsächlich steht dort: „Ja, ich möchte 2 Monate kostenlos sowie weitere 24 Monate gegen Rechnung erhalten. […] Hören Sie nichts von mir, möchte ich das Abo weiterhin beziehen.

In meinem Fall wurde ich an einem Bahnhof angesprochen. Als ich merkte, dass ich etwas ganz anderes unterschreiben sollte als mir erzählt wurde, stellte ich kritische Rückfragen. Nachdem ich sah, dass auf der Rückseite eine Adresse für die Wahrnehmung meines 14-tägigen Widerrufsrechts angegeben war, unterschrieb ich gerne und gab meine Bankverbindung an. Wer will armen Schülern nicht einen Gefallen tun? Im Anschluss redete ich ein bischen mit den drei „Vermittler“-Jungs, weil ich die Sache clever fand und wissen wollte, ob die Provision gut ist. Stolze 44 Euro für jeden Vermittelten, egal ob der neue Kunde widerruft oder nicht. Außerdem gaben mir die Jungs noch ein paar abgegriffene Zettel des Deutschen Video Ringes mit. *schmunzel*

Nun machte ich am darauffolgenden Tag von meinem Widerrufsrecht gebrauch, und schickte den Widerruf als Einschreiben mit Rückschein an die rückseitig angegebene Firma MVS Medien Service Ltd, Rheinhessenstr. 9a, 55129 Mainz (MVS). Der Rückschein kam am 02.11.2011 unterschrieben zurück. Gut, dachte ich, dann hätte sich das ja erledigt.

Falsch gedacht. Schon am 04.11.2011 bekam ich ein Glückwunsch-Schreiben von der MVS Medien Service Ltd i. G. (in Gründung) mit gleicher Anschrift wie oben genannt, Geschäftsführer ist ein Gerd Meyd.

Einige Wochen später bekam ich die Hörzu geliefert. Am 06.12.2012 meldete sich eine PVZ Pressevertriebszentrale GmbH & Co. KG, Bahndamm 9, 23617 Stockelsdorf (PVZ), weil ich zwischenzeitlich aus anderen Gründen meine Bankverbindung geändert hatte und sie nicht abbuchen konnten. Wunderbar. Es folgten Zahlungserinnerungen und Mahnungen am 13.12.2011, 17.01.2012 und 13.03.2012.

Auf meine schriftlichen Hinweise gegenüber der PVZ, dass ich mit dieser keinen Vertrag hätte und gegenüber MVS widerrufen hätte, stellte sich diese dumm. Sie schickte mir eine Kopie des unterschriebenen Vertrages zu und fragte, ob ich denn nicht der Unterzeichner wäre.

Recherchiert man mal etwas im Internet, stellt man fest, dass das Spiel dieser Firmen schon seit vielen Jahren zu funktionieren scheint. Ich möchte klarstellen: Weder PVZ noch MVS betreiben Abzocke. Sie nutzen nur die Dummheit der Menschen aus, die oft Kündigungen aussprechen, wo gar keine Geschäftsbeziehung existiert.

Mein Verdacht ist jedoch, dass Firmen wie die MVS nur Briefkastenfirmen sind. In jedem Fall scheinen diese die Widerrufe oder Kündigungen nicht zu bearbeiten und auch nicht an die PVZ weiterzuleiten.

Einem Bericht eines Kommentators hier zufolge gibt die PVZ an, keine eigenen Mitarbeiter zu beschäftigen, die Abonnenten werben, und auch keine Unternehmen mit der Werbung von Abonnements zu beauftragen. Die PVZ habe Geschäftsbesorgungsverträge mit anderen Firmen und übernehme nur die Verwaltung von Abonnements, also die Abo-Betreuung mit Belieferung und Rechnungslegung. Die Werbung würden selbständige Unternehmen durchfühen, die auch auf den Abonnementsverträgen bzw. den Auftragsbestätigungen genannt werden. (Bei mir: MVS.)

Das bedeutet für mich: Ich habe genau richtig gehandelt und meinen Widerruf an die in dem „Abonnementsvertrag“ genannte Anschrift (MVS) gerichtet.

Ich werde jetzt mal abwarten und gar nichts mehr tun. Mit dem von MVS vorliegenden Rückschein fühle ich mich ganz gut ausgestattet. Da diese Firma keinen anderen Kontaktweg anbietet, ist dies auch das einzige was ich tun konnte.

Ich bin persönlich der Ansicht: Es gibt viele Probleme und Betrüger. Wenn ein Netzwerk aus Firmen jedoch Hand in Hand arbeitet und die Unkenntnis in Rechtssachen der Menschen ausnutzt, dann sollten die Menschen informiert werden und frei entscheiden können, ob sie sich weiter veräppeln lassen oder eben nicht. Deshalb habe ich mich noch einmal zu einem Artikel über die PVZ bewogen gefühlt.

Einige Hinweise zum Abschluss:

  1. Achten Sie immer auf das, was Sie unterschreiben, nicht das was man Ihnen erzählt.
  2. Wenn Sie das BRD-Recht (mit allen seinen Folgen) in Anspruch nehmen wollen, dann kündigen Sie nicht innerhalb der Widerrufsfrist!
  3. Kündigen oder widerrufen Sie nicht gegenüber Firmen, mit denen Sie gar keinen Vertrag haben. Wenn A mit B einen Vertrag hat, aber diesen gegenüber C, also einem Dritten, kündigt, dann könnte C dies als Anerkennung eines bisher bestehenden Vertrages ansehen. Deshalb gar nicht erst sowas anfangen.
  4. Selbst wenn hier die PVZ von der MVS mit der Abo-Betreuung beauftragt wurde und die Weitergabe der Daten so rechtens sein sollte, war dieses nicht vor Vertragsschluss ersichtlich. Außerdem war zum Widerruf ja ausdrücklich die Anschrift der MVS angegeben!
  5. Wenn Sie denken, es wäre zu spät, ist es vielleicht nicht zu spät. Wenn der Anbieter auf ein Widerrufsrecht hinweist, machen Sie innerhalb von 14 Tagen schriftlich von Ihrem Recht gebrauch. Wichtig: Kündigen Sie nicht, sondern widerrufen Sie Ihre Willenserklärung. Wenn nicht auf die Widerrufsmöglichkeit hingewiesen wurde, haben Sie nach BRD-Recht unbegrenzte Widerrufsmöglichkeit. Hierzu könnte man dann professionelle Rechtsberatung in Anspruch nehmen oder sich selbst genauer kundig machen.

10 Gedanken zu “Zeitschriften Abo-Nepper für die Pressevertriebszentrale in Stockelsdorf

  1. 6. Straße/Haustür sind Unterschriftsverbotszonen!
    7. Unterschreiben Sie nie etwas, was Sie nicht selbst gewollt/bestellt haben!

  2. Pingback: Pressevertriebszentrale Stockelsdorf: Alles Einzelfälle! « Klardenker Esslingen a. N.

    • Es ist keine Abzocke. Die Menschen sind zu dumm den Betrug zu erkennen.
      UPDATE 18.06.2012: Ich erhalte keine Zeitschriften mehr; die PVZ hat noch einen bösen Brief geschickt, sich jetzt aber nicht mehr gemeldet. Sie scheinen zu wissen dass ihre Methode keine Aussicht auf Erfolg hat.

  3. Hallo, ich verfolge dies hier, weil mir HAARGenau dasselbe passiert ist. Nur dass die „Vetragsfirma“ WW Medien Werbung GmbH ist und die PVZ mir Rechnungen u. Mahnungen schickt. Hatte auch nicht mehr gezahlt, böse Briefe von wechselnden Inkasso-Fimen u. Anwaltsbüros erhalten, alles mit Drohungen…. habe alles ignoriert. Die Sendungen wurden bei Nichtzahlung rasch eingestellt. Dachte auch…mmmh..das wars jetzt bestimmt. Bis jetzt wieder ein Brief kam mit der Ankündigung des gerichtlichen Mahnbescheids…und eine Forderung von 115 € mittlerweile…. tzzzz. Ärgere mich sooo darüber und habe zeitweise das Gefühl machtlos zu sein! Hatte in den 2 Wochen, die mir angeblich blieben, um zu widerrufen versucht mich an die Vetragsfirma zu wenden, jedoch keine Antwort, keine Erreichbare Nummer. War leider zu blöd, schriftlich mit Rückschein meinen Widerruf zu schicken!!! War auch zwischenzeitlich total verwirrt, wer denn nun hier zuständig ist !!Tja und dann waren 2 Wochen rum! Wie weit ist es denn jetzt nun bei Ihnen Klardenker?? Habe der PVZ ebenfalls per email geschrieben, dass ich KEINEN Vetrag mit denen habe und nicht eingewilligt habe, dass Daten an Sie oder andere übertragen werden! Fühle mich hilflos….. sehe es aber auch nicht ein 115 € an irgendwen zu zahlen…..! Die haben mir eine Kopie der Liefervereinbarung geschickt, auf DIESER taucht die PVZ nicht EINMAL schriftlich auf! Es wird in den Liefervereinbarung lediglich 1x von „Lieferfirma“ gesprochen, welche bei nicht fristgerechter Zahlung dann abmahnt . Ist das wirklich rechtens?? Ärgere mich über mich selbst, habe aber auch das Gefühl hier in die „Falle“ getappt zu sein.

    • verdammt genau so ist es mir auch ergangen!!!!!!ich hatte einen drücker hier welcher mir erzählte ich könne mit meinem 23jahre alten golf2 sponsoren finden, und geld verdienen, hat bilder davon gemacht,und im gegenzug erst mal 29.-€eingezogen, für 2monate die hör zu!!ich bin entertainkunde und brauche beim bsten willen keine fersehzeitschrift, spruch dazu verschenken sie die halt, nun kommt das dicke ende ich bin einen vertrag!!???eingegangen über 2jahre,und bekomme nun regelmäßig diese zeitung, als ich die zahlung eingestellt habe kam keine mehr, aber inkasso,und drohbriefe von gericht!!ich habe nun diese 103.67.-€bezahlt, und bei pvz angerufen, die lieferung wird nicht eingestellt!! es geht nun noch kostenpflichtig bis februar 2014 weiter!was kann ich denn nun noch machen??????Heute kommt nun per einschreiben,und unterschrift ein inkassobrief,ich denke ich hole ihn garnicht ab!!!!

  4. Pingback: Die Methoden der Pressevertriebszentrale in Stockelsdorf II « Klardenker Esslingen a. N.

  5. Mich rief eine von der Stimme her junge Frau an, die sich als Claudia Galant von der Niva Group vorstellte, die im Auftrag von deutschen Verlagshäusern und diversen Gewinnspielanbietern anruft. Ich hätte bei einem Gewinnspiel mitgemacht und ich wäre im Gewinntopf der letzten 10 für Hauptgewinne bis zu 100.000 Euro. Im jeden Fall hätte ich aber einen Reisegutschein über 750,-€ gewonnen, der mir in den nächsten Tage zugeht. Und ich dürfte mir eine Zeitschrift aussuchen, die mir in den nächsten 2 Monaten kostenfrei zugestellt wird. Auf meine Frage „Endet das Abo automatisch oder muss ich kündigen“, wurde mir zweimal explizit gesagt, dass das Abo automatisch enden würde. Allerdings wollten sie meine Kontodaten für den Fall, dass ich gewinne. Ich habe mich mal drauf eingelassen, weil ich mal live miterleben wollte, wie so eine Abzocke vor sich geht, die ich bis jetzt nur vom Hörensagen kannte. Kurz danach rief eine weitere Dame an, die sich als Julia Schmidt vorstellt, alle gemachten Angaben noch einmal überprüfte und auf Band aufnahm (da müsste da auch noch einmal meine Frage nach dem Zeitschriftenbezug und ihre verneinende Antwort drauf sein). Keine Woche später habe ich nun ein Schreiben der Success + GmbH, Hagelkreuzstraße 5, 41061 Mönchengladbach (Geschäftsführer Frank Lehmann) im Postkasten, der sich für eine Zeitschriftenbestellung für zunächst 14 Monate bedankt. Also nichts anderes als versuchter Betrug. Ich habe ein „nettes“ Schreiben aufgesetzt, in dem ich darauf hinwies, dass ich kein Abo bestellt habe und dem vermeintlichen Vertragsabschluss widerspreche, hilfsweise diese von der Firma empfundene Bestellung mit sofortiger Wirkung widerrufe, die sofortige Löschung meiner sämtlichen Daten erwarte und bei einem Einzug von meinem Konto unmittelbar Anzeige wegen Betrugs stellen werde. Wobei: Ist gar nicht so einfach. Weil die nur eine Postadresse angegeben haben, aber in der Widerrufsbelehrung großzügig darauf hinweisen, dass ich per Fax und E-Mail kündigen könne. Da die auch unter der Telefonnummer 0216 16212064 agieren, unter der von mehreren Betroffenen bereits darauf hingewiesen wurde, dass die Adresse falsch ist und Briefe zurückkommen, und ich aus vorgenannten Gründen es eigentlich als Nötigung ansehe, ein Einschreiben Rückschein bezahlen zu sollen, habe ich eine Mail an die PVZ und die unter http://www.success-plus.eu zu findende Mailadresse gesandt. Zurück kamen bis auf die Firmenangabe IDENTISCHE automatische Rückantworten, dass sie meine E-Mail erhalten haben, mein Anliegen umgehend bearbeiten und mir zeitnah antworten werden. Das zeigt doch eindeutig. Die PVZ und SUCCESS arbeiten Hand in Hand, um die Menschen über den Tisch zu ziehen. Da Mails nichts gerichtsverwertbar sind, werde ich jetzt noch beide Firmen mit einem Fax beglücken (PVZ mit der Bitte um Kenntnisnahme und umgehende Weiterleitung an ihr Partnerunternehmen) und die Sendeberichte gut aufheben.

    • Hatte an die Success+ GmbH (via deren im Internet zu findende Faxnummer) sowie an den PVZ Pressevertrieb Stockelsdorf (Faxnummer war auf der „Bestätigung“ ja angegeben) das entsprechende Schreiben versandt (die Übermittlungsbelege gut verwahrt) und bekam nach wenigen Tagen tatsächlich eine Stornierungsbestätigung von der PVZ, während ich von Success+ nichts hörte. Jetzt kommt es: Die Success+ GmbH rief mich (eine Damen,ohne den wahren Firmennamen zu nennen) von der Mönchengladbacher Nummer 02161 622000 noch mal an, sagte, sie rufe von der Firma Deutsches Verlagshaus im Auftrag der PVZ Stockelsdorf an und ich hätte jetzt den Platz 4 bei dem Gewinnspiel erreicht. Der Gewinn: Ein Reisegutschein in Höhe von 750,- € und eine Probezeitschrift. Ich hätte mir ja die Hörzu augesucht … Ich habe die Dame eine zeitlang sprechen lassen, um dann zu fragen, ob denn die Zeitschrift was koste. Dann fing sie an rumzueiern und kam dann (oho, die Wahrheit) auf den Punkt: Naja, es wäre ein 12-Monats-Abo zu einem Vorteilspreis. Ich bin dann sehr deutlich geworden😉 und habe aufgelegt.

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