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Archiv für die Kategorie ‘Freiheit

Bunker Roy – Lernen von einer Barfuss-Bewegung [TED.com]

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Sanjit “Bunker” Roy ist der Gründer des Barefoot College, das bäuerlichen Gemeinschaften hilft, autark zu werden.

In Rajasthan, Indien, schult eine aussergewöhliche Schule Frauen und Männer auf dem Land – viele von ihnen Analphabeten – zu Solaringenieuren, Handwerkern, Zahnärzten und Ärzten in ihren eigenen Dörfern. Die Schule heisst Barefoot College ["Barfuss Schule"] und ihr Gründer, Bunker Roy, erklärt wie das funktioniert.

Weitere Links:
- Über Bunker Roy (ted.com)
- Video bei ted.com
- Weitere Videos beim barefoot college

Geschrieben von Klardenker

12.03.2012 um 20:26

Ich unterstütze das Global Information Network

mit 3 Kommentaren

Trotz der Ungereimtheiten, die mir bei Your Wish Is Your Command aufgefallen sind, unterstütze ich die Inhalte, soweit ich sie zurzeit bewerten kann. Ich will nur einige Kontroversen behandeln:

Ja, das Seminar ist vermutlich nicht vor vielen Menschen aufgenommen worden. Trudeau behauptet, es hätte irgendwo in den Alpen stattgefunden und viele Menschen hätten Tausende für diese zwei Tage ausgegeben. Tatsache ist, dass man keine Hintergrundstimmen, keine Zwischenfragen, einfach gar nichts hört (dies habe er für die Audio-CDs herausgefiltert), dafür hört man aber ein Telefon klingeln, Türen quietschen und auch mal Vögel zwitschern. Seine Antwort darauf ist, das Seminar habe eben in einem ganz normalen Haus stattgefunden. – Komisch und nicht gerade authentisch. Eher denke ich, das ganze Seminar wurde nur für die CDs (nachträglich?) aufgenommen. Aber darauf kommt es eigentlich auch gar nicht an!

Die Inhalte sind das Wichtige, und diese kann ich zu 90 Prozent vertreten. Schaurig wird es nur dort, wo er z. B. behauptet, ein Flugzeug würde nur deswegen abstürzen, weil viele der Passagiere negative Gedanken und Gefühle gehabt haben. Wie siehts aus mit einem technischen Schaden? Oder ein Autounfall ereigne sich nur, weil die Insassen unmittelbar vorher ebenfalls negative Gedanken oder Gefühle hatten. Dann möchte ich gerne wissen, warum meinem Polo dann mitten auf der Autobahn der Zahnriemen gerissen ist. Es ging uns gut, wir machten Scherze. Könnte es sein, dass der Zahnriemen einfach nur nicht gewartet worden ist?

Die Bemerkung, das GIN sei ein Pyramidensystem, ist völlig richtig ;) Doch was ist die katholische Kirche? Was ist die BRD, und wie ist die Firma oder der Konzern aufgebaut in dem Du zuletzt gearbeitet hast? – Eben, alles Pyramiden.

Langweilig und amüsant fände ich den Gedanken, wenn sich ein GIN-Mitglied auf Level 12 hocharbeitet (zurzeit gibt es wohl erst Level 5) und dann am Ende seines GIN-Auftriebs erfährt, dass alles nur ein Hoax war. Es gibt keinen Gott, es gibt kein Super-Geheimnis, weder für Erfolg noch sonstwas, und Staaten führen Angriffskriege, weil alles nur Lobbyismus der Waffenfirmen ist. Puh da müsst ich lachen.

Besonders interessiert war ich an GIN, weil es dabei auch um Souveränität gehen sollte. Da gibt es allerdings wohl mehrere Definitionsmöglichkeiten. Denn als ich erfuhr, dass Kevin Trudeau jede Menge mit der amerikanischen “Justiz” zu erledigen hat und zurzeit vor den Supreme Court gehen will, fragte ich mich schon, wie mir denn dieser Mann etwas über Souveränität lehren will, wenn er sich selbst ständig vor amerikanischen Gerichten verantworten muss. Offenbar definiert er Souveränität nur über finanzielle Unabhängigkeit.

Lustig ist aber, dass er die Mail-Adresse eines Richters in seiner Radio-Show bekanntgab. Er spricht sich dagegen aus, die Juristitionsfrage zu stellen, weil diese wirkungslos sei und ein “Richter” ja ohnehin machen könne was er wolle. “They have the weapons, they have the guns.”

Dennoch ist das Programm zu empfehlen, weil es um die sprichwörtliche Umprogrammierung Deines bisherigen Daseins auf ein lebendiges, auf Reichtum (innerer und äußerer) geht. Ich verkaufe euch keine Mitgliedschaft, wer aber wirklich Interesse hat, findet Your Wish Is Your Command in diesem Blog.

Ähnliche Artikel:
- Die Ziele der Illuminati – Artikel von KT in der Zeitenschrift
- Kevin Trudeau Radio Show vom 26.10.2011
- Misha Di Bono investigating Free Money – Kevin Trudeau’s News Program
- Kevin Trudeau Radio Show vom 09.01.2012

Geschrieben von Klardenker

05.03.2012 um 21:43

Peter Fitzek: Staat im Staat – die NeuDeutschland-Reformation (Alpenparlament.TV)

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Der Vorstandsvorsitzende des «Verein NeuDeutschland», Peter Fitzek, im Gespräch mit Michael Vogt über seine Abkoppelung von jeder Staatlichkeit in der BRD.

Der Staat sollte ein von den Menschen des Staates geschaffenes Instrument sein, der die Rahmenbedingungen im Dienste an allen seinen Bürgern zu regeln und organisieren imstande ist. Diese Rahmenbedingungen sollten so gestaltet werden, daß Jedem größtmögliche Freiheit gewährt wird, daß Jedem die gleiche Möglichkeit zu sinnvoller, persönlichkeitsfördernder Beschäftigung, Persönlichkeitsentwicklung, Fülle und Glück offen steht. Dabei ist natürlich auch darauf zu achten, daß unbegrenzte Freiheit nicht auf Kosten der Natur oder eines anderen Individuums gewährt wird und es ist zudem die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen zu fördern.

Wenn wir dieses Ideal mit den bestehenden Zuständen vergleichen, dann erkennt man, daß die heutigen Staatsformen diese Aufgabe nicht erfüllen. Warum ist dies wohl so? Einer der Gründe ist, daß die heutigen Staaten Machtinstrumente einiger weniger Menschen sind, um über die Masse der Menschen zu herrschen. Die heutigen Staaten erfüllen nicht die Aufgabe, dem Bürger größtmögliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten bei gleichzeitiger Gewährung von größtmöglicher Freiheit. Man wünscht in Wirklichkeit keine wissende Masse und auch keine mündigen Bürger, man wünscht sich «Schafe», die brav arbeiten und konsumieren. Man bietet Brot und Spiele fürs Volk, bietet eine Flut unnötiger und oft angstmachender Informationen, man schafft bewußt und willentlich die Zustände, die zu Konsum in Lethargie führen.

Peter Fitzek hat sich mit NeuDeutschland in einer ebenso hartnäckigen wie erfolgreichen Auseinandersetzung mit den BRD-Behörden aus der Staatlichkeit «verabschiedet» und geht mit einer eigenen Gesundheitskasse, einer eigenen Renten- und einer Kooperationskasse und seinem eigenen Geld, dem EngelGeld, die Selbstversorgung in Angriff genommen, bei der die BRD-Staatlichkeit komplett außen vor ist — eine friedliche Revolution im Kleinen, die ein Stück bessere Welt produziert und konstruktiv in allen Bereichen Lösungen bietet.

Beim ständig wachsenden NeuDeutschland in Wittenberg (der Stadt des Religionsrebellen wider die Päpstlichkeit, Martin Luther) geht es um:

  • ein Geldsystem, welches allen gleichermaßen dient
  • eine Bank, die Ihre Interessen in der Region fördert
  • ein Gesundheitswesen, welches allen Bürgern eine dauerhafte Gesundheit ermöglicht
  • ein Schulsystem, welches sich ganzheitlich am Leben ausrichtet und Ihre Kinder zu selbstbewußten, liebevollen, intelligenten und individuellen Persönlichkeiten formt
  • ein Bildungssystem, welches Ihnen vermittelt, alle Glaubensrichtungen gleichermaßen zu akzeptierten und zu schätzen
  • ein Ausbildungssystem, welches Ihnen hilft Ihre eigenen Talente zu entdecken
  • ein Ausbildungssystem, welches Ihnen nach der Ausbildung auch eine sichere Arbeit bietet
  • eine weitgehend dezentrale oder gar eigene kostengünstige Energieversorgung
  • einen Staat, der am Glück und an der Freiheit seiner Bürger ein wirkliches Interesse hat
  • einen Staat, der Ihnen in allen Belangen hilft, Ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten und Ihnen die Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Religion, Spiritualität und Ethik verständlich macht
  • einen Staat, in welchem Steuern nur freiwillig zu zahlen sind und der trotzdem keine Schulden macht
  • ein freies und selbstverantwortliches Leben führen

Website: www.neudeutschland.org

(c) Alpenparlament.TV

Meinungsfreiheit – eine Illusion?!

mit 3 Kommentaren

Hallo meine Freunde,

wie der Titel schon verrät möchte ich heute unserer Meinungsfreiheit etwas auf den Zahn fühlen, ja ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, sie ist eine Illusion. Vorab als Einstieg: Artikel 5 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Das liest sich ja alles auf den ersten Blick recht gut, doch wenn wir unsere sogenannte Meinungsfreiheit etwas genauer betrachten, merken wir schnell, das Ganze ist nicht mehr, als eine Illusion. Wenn ihr jetzt denkt ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank, bitte ich euch doch etwas weiter zu lesen, denn ihr werdet sehen, ich habe nicht ganz unrecht.
Sehen wir uns also die Sache mal etwas genauer an. Wenn ich frei bin, in dem was meine Meinung ist, sollte ich doch auch danach handeln dürfen, oder? Was nützt es mir sonst eine andere Meinung zu haben?

In der Realität sieht das dann so aus: Ich habe zwar das Recht meine Meinung zu äußern, dass ich gegen die Beteiligung von deutschen Soldaten in den aktuellen Angriffskriegen bin.

Habe ich auch das Recht nach dieser Meinung zu handeln und zu leben?

Nein, das habe ich nicht. Hätte ich das Recht, dann müsste ich nicht mit meiner erbrachten Arbeitsleistung in Form von Steuern diese Kriege unterstützen.

Spielen wir das Spiel mal weiter, ich zahle einfach einen gewissen Teil meiner Steuern nicht, was passiert? Nach Mahnungen, nach Pfändungen, nach was weiß ich kommt die Androhung von Freiheitsentzug. Irgendwann stehen bewaffnete Menschen in Uniformen vor meiner Türe und behaupten sie hätten das Recht mich mit Waffengewalt zu entführen. Versuche ich mich zu verteidigen, ja dann wird aus der Androhung von Gewalt schnell echte physische Gewalt.

Was nützt mir dann meine sogenannte Meinungsfreiheit? Existiert sie überhaupt?

Ein weiteres Beispiel wird euch die Sache sicher noch etwas deutlicher vor Augen führen.
Die Tochter einer türkischen Familie hat das Recht sich ihren Mann selbst auszuwählen, muss aber dann doch den Mann heiraten, welcher ihr vom Vater vorgeschlagen wurde. Was nützt es diesem Mädchen sich den Mann selbst auszuwählen, sprich eine eigene Meinung zu haben, wenn sie dann doch nicht danach handeln und leben darf.

Versteht ihr jetzt was ich damit meine?

Bis bald, euer Manuel

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Geschrieben von Klardenker

05.10.2011 um 01:34

Veröffentlicht in Freiheit, Staat, Steuern

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Auffälligkeiten bei der Karlsruhe-Demo

mit einem Kommentar

Was mit bei der Karlsruhe Demo aufgefallen ist:

Überwachungsgesetze zurücknehmen: Man redet davon, dass sämtliche Überwachungsgesetze nach dem 11.09.2011 zurückgenommen werden sollen. Hier eine Übersicht, welche Parteien diesen zugestimmt haben… Und warum wählt ihr sie dann trotzdem?!

Überwachung: Ich will Überwachung. Viel mehr als bisher. Wir sollten die von uns (nicht?) gewählten Politiker vollständig überwachen, per Video, Ton, in ihrem Abstimmverhalten, mit wem sie welche Verträge schließen, usw. Überwacht Regierungen weltweit; solange, bis die Menschen endlich erwachsen geworden sind und Regierungen überflüssig werden.

Sparzwänge: Wir müssen sparen! Schafft Politiker ab.

Missbrauch von Steuergeldern: Christoph Hörstel redet davon, dass alle Kriege und Euro-Rettungsschirme von unseren Steuergeldern finanziert werden. Wie lautet also die richtige Konsequenz? Warum tut ihr also nichts, um keine Steuern mehr zu zahlen? Ich überweise Steuern gerne, sobald diese nicht mehr veruntreut werden! – Warum schafft ihr nicht ein Treuhandkonto für sämtliche Steuerarten? (Bei der Mehrwertsteuer kommt es darauf an, welche Händler mitmachen, sonst wird es bei dieser Steuer schwierig.) Seit Monaten frage ich das die Bewegung, Antworten gibts nur aus der Dogmen-Kiste: Das geht doch nicht, das ist nicht legal. *puh*

Komisch, dass wieder nur das Problem analysiert wird, aber niemand an den Lösungen arbeitet. Und bei letzem rede ich nicht von Energiebällen oder Meditation. Das kann man auch parallel versuchen und ich wünsche viel “Glück” dabei. Erfolg kommt aber nur durch Handlung.

Trotzdem danke für die Demo-Organisation.

Wie wird man den Staat nun los? – FreiwilligFrei

mit 2 Kommentaren

Vielleicht bist du nicht ganz neu im Voluntarismus und denkst: „Ja, ja, ich hab´s ja verstanden: Der Staat ist unmoralisch, er ist uralt und unmodern, er nutzt uns aus und bevormundet uns. Nun sag´ mir doch mal einer, was kann ich denn jetzt dagegen tun?“

Eine Idee wäre eine bewaffnete Revolution. Diese Idee halte ich aus vielen Gründen für so schlecht, dass ich sie gar nicht behandeln will.

Deutlich abgemildert im Vergleich zur Revolution ist der Weg des zivilen Ungehorsams. Dabei verweigert man die Kooperation mit dem Staat und bricht gezielt einige seiner Regeln. Je nachdem, welche Ziele man damit verbindet (Wachrütteln Anderer, Selbstbehauptung), kann dieser Weg mal als erfolgreich, mal als weniger erfolgreich eingeschätzt werden.

Für das Ziel, das uns hier interessiert, nämlich die Abschaffung oder wenigstens Schwächung des Staates, ist dieser Weg meines Erachtens nicht erfolgversprechend. Die langfristige Entwicklungslinie, dass der Staat immer mehr Macht und Geld zur Verfügung hat, kann man damit nicht stoppen.

Es gibt auch den Weg des politischen Engagements. Dabei versucht man, für eine politische Partei soviele Wähler zu gewinnen, dass sie entweder entscheidende Veränderungen in der Organisation des Staates durchsetzen kann oder dass wenigstens immer mehr Leuten das Unrecht der Herrschaft durch Gewaltandrohung bewußt wird. Auch dieser Weg erscheint mir nicht erfolgversprechend. Man wird durch eine Bewegung, die auf politische Aktion und damit das Gewaltmonopol des Staates setzt, politische Aktion und das Gewaltmonopol in ihrem Anschein von Legitimation nicht erschüttern können.

Beide Wege, der des Ungehorsams und der politische, haben etwas gemeinsam. Sie zielen auf die Mächtigen, einmal durch Widerstand, das andere mal durch Unterwanderung. Ich werde in diesem Artikel argumentieren, dass die Mächtigen gar nicht das Problem sind. Das Problem sind die Bürger.

Der Staat hat kein Problem mit einem Forum, das die Unmoral des Staates oder seine gewaltfreie Auflösung diskutiert. Wer ein Problem damit hat, sind die Leute, mit denen man alltäglich zu tun hat: Arbeitskollegen, Bekannte, Familienmitglieder, Freunde.

Ich bin auf emotionalen Widerstand gestoßen, wann immer ich das Thema, dass der Staat ein Übel ist und sich eines Tages auflösen muss, angeschnitten habe. Dieser emotionale Widerstand maskierte sich manchmal mit Argumenten (Aber willst du denn wirklich, dass unversicherte Kranke sich selbst überlassen bleiben?), oftmals zeigte er sich aber mehr oder weniger deutlich in peinlichem Gelächter oder amüsiertem Gekicher, betretenem Schweigen oder einem ärgerlichen Wegwischen.

Wenn ich meine eigenen Erfahrungen und die anderer Voluntaristen zusammennehme, kann ich diese nur dadurch erklären, dass die große Mehrheit der Bevölkerung sich ein Leben ohne Staat nicht vorstellen kann. Typischerweise löst die Anregung, sich ein Leben ohne Staat einmal vorzustellen, Ängste aus. Diese Ängste können aber kaum besprochen werden, sondern äußern sich in dem beschriebenen emotionalen Widerstand. Eine vernünftige Diskussion ist dann in aller Regel nicht möglich.

Wie auch in unserem Video „Der Staat als Familie“ kurz beschrieben, werde ich hier die These vertreten, dass die meisten Bürger zu ihrem Staat ein Verhältnis haben wie ein Kind zu seinen Eltern. Der Staat ist für sie, wie früher die Eltern, das Fundament, auf dem sich das Leben abspielt. Sein Verschwinden ist genauso bedrohlich, wie es für sie als Kinder gewesen wäre, wenn die Eltern plötzlich verschwunden wären. Wenn ich mit meiner These richtig liege, würde daraus folgen, dass die meisten Bürger keine rationale, vernünftige, durchdachte Beziehung zum Staat haben, sondern eine emotionale Beziehung, die sie von ihren Eltern einfach auf den Staat übertragen haben.

Wenn das so ist, würde die Beziehung, die Bürger zu ihrem Staat haben, entscheidend dadurch geprägt, welche Beziehung sie zu ihren Eltern hatten und eventuell heute noch haben.

Wenn die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern von Freiwilligkeit geprägt wäre; wenn Kinder nicht aus Pflicht- oder Schuldgefühl zu Familienfeiern kommen würden, sondern nur dann, wenn sie es als bereichernd und wunderbar erlebten; wenn Kritik an den Eltern ohne Angst vor Liebesverlust oder Streit oder Bestrafung geäußert werden könnte und ernst genommen werden würde; wenn die moralischen Fehltritte der Eltern in einer ehrlichen und offenen Atmosphäre besprochen werden könnten, dann wäre es für den Voluntaristen kein Problem, wenn Bürger ihre Beziehung zu ihren Eltern auf den Staat übertragen.

Leider ist es allzu oft anders: Kinder können ihren Eltern nicht sagen, wenn sie eine geplante Geburtstagsfeier langweilig finden; Kinder kommen nicht freiwillig zur Weihnachtsfeier, sondern aus einem vagen Pflicht- oder Schuldgefühl; Kinder haben Ängste vor Streit und Entzweiung, wenn sie Kritik an ihren Eltern üben oder gar moralische Fehltritte ansprechen. Diese Scheu, die eigenen Eltern sachlich zu bewerten, geht oftmals so weit, dass man sich diese Frage noch nicht einmal still für sich stellt.

Daher haben viele Bürger auch das vage Gefühl, man müsse beim Staat mitmachen, es sei für alle besser, wenn alle mitmachen; und den Staat in Frage zu stellen, verursacht ihnen ein unbehagliches Gefühl, das dafür sorgt, dass dieses heikle Thema möglichst bald verlassen wird.

In diesem Sinne ist der Staat nur ein Effekt der Familie. Wenn die Familienbeziehungen so unehrlich, subtil verpflichtend, nicht hinterfragbar und nicht wegzudenken bleiben, wird es für die meisten Bürger völlig normal sein, in einem Staat zu leben und regiert zu werden. Der Staat und das Regiertwerden werden die emotionale Legitimität erst verlieren, wenn Kinder von ihren Eltern in ihrer Individualität und ihren Bedürfnissen vollständig bejaht werden; wenn sie ohne Angst vor Liebesverlust, moralischem Sperrfeuer oder Bestrafung ihre Eltern auch kritisch sehen können; wenn Eltern die Abhängigkeit ihrer Kinder nicht mehr nutzen, um die Kinder zur Anpassung an die Vorstellungen der Eltern zu zwingen, sondern wenn Eltern sich nach den Entwicklungserfordernissen ihrer Kinder richten, damit eine gleichwürdige Beziehung zwischen abhängigem Kind und fürsorgendem Elternteil entstehen kann. Wenn dieses Elternschaftsmodell einen großen Anteil in der Bevölkerung einnimmt, dann wird der Staat wie ein Kruste über einer Schürfwunde von uns abfallen und sich für immer auflösen.

Es gibt nach dieser Analyse keine Abkürzung zur freiwilligen Gesellschaft. Wir wiederholen grundsätzlich das, was in unserer Kindheit normal war, und nur intensive Arbeit an sich selbst kann das später ändern. Die Mächtigen werden solange nach der Macht greifen, solange ihre Ausübung als normal gilt. Deshalb brauchen wir aus meiner Sicht noch mehrere Generationen Geduld, bis unsere Enkel vielleicht eine voluntaristische Gesellschaft erleben können. Große gesellschaftliche Veränderungen haben immer Zeit gebraucht, und für eine herrschaftsfreie Gesellschaft ist es derzeit noch viel zu früh.

Wenn du nun noch eine ganz praktische Anregung mitnehmen möchtest, dann empfehle ich dir: Setze dich mit deiner eigenen Kindheit, mit deinen Eltern auseinander, am besten mit der Hilfe eines Psychotherapeuten. In dieser Zeit wurde emotional geprägt, was du als normal empfindest und viele unbewußte Verhaltens- und Reaktionsmuster haben dort ihren Ursprung.

Sieh´ zu, dass du ein erfülltes, glückliches Leben auf die Beine stellst, in dem du mit Menschen zu tun hast, mit denen du offen über alles reden kannst, denen du dich so zeigen kannst, wie du wirklich bist und die du respektierst und liebst.

Quelle: Manuel Maggio, FreiwilligFrei | Webseite | Youtube | Facebook | Twitter

Geschrieben von Klardenker

06.08.2011 um 22:03

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